Mehr als die Hälfte der Befragten hatten laut der Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) den Begriff IPTV noch nie gehört, nur zwölf Prozent konnten erklären, was er tatsächlich bedeutet: Fernsehempfang über Breitband-Internetleitungen nämlich. Für die Verfechter dieses Übertragungsweges, zu denen die Deutsche Telekom und Hansenet/Alice gehören, besonders bitter: Die 500 Befragten sind allesamt im Besitz eines Breitband-Anschlusses, gehören also definitiv zur anvisierten Zielgruppe.
Parallel zu den Konsumenten befragte PwC auch eine Reihe von Experten. Man kam zu dem Schluss, dass das Marktpotential der Technologie in den kommenden Jahren nicht übermäßig rasant wachsen wird: Bis 2012 könnten nach den kombinierten Expertenschätzungen zwei Millionen Haushalte in Deutschland IPTV-Zugänge haben. Das entspräche einem Marktanteil von 5,5 Prozent aller Fernsehhaushalte.
Als höchste Hürde für die Angebote bezeichneten die meisten Befragten den Preis: Acht von zehn Befragten nannten ihn als wichtigstes Kriterium. Außerdem wollen sich viele nicht mit einem langfristigen Vertrag an ein solches Angebot binden lassen. Sie würden deshalb lieber selbst einen entsprechenden Receiver - das zum Fernsehempfang durchs Internet nötige Zusatzgerät - kaufen, als per Vertrag ein subventioniertes Gerät zu bekommen.
Interessant an IPTV fanden viele Befragte vor allem die Unabhängigkeit von Fernseh-Programmschemata - zeitversetztes Fernsehen nannten 84 Prozent als wünschenswerte Erweiterung. 60 Prozent interessieren sich auch für Film-Downloads aus einer virtuellen Videothek. 53 Prozent fänden es gut, wenn über IPTV auch HDTV, also hochauflösende Fernsehinhalte angeboten würden. Interaktive Funktionen wie Rückkanäle für Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar" interessierten dagegen weniger als 30 Prozent. Für interaktives Fernsehen vom Wohnzimmersofa aus ist der deutsche Markt offenbar noch nicht wirklich reif.
cis
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