Von Matthias Kremp
Es sollte das beste Windows aller Zeiten werden. Doch bisher bereitet Windows Vista Microsoft mehr Ärger als Freude. Zwar konnte man zum einjährigen Jubiläum ansehnliche Verkaufszahlen präsentieren, insgesamt gingen 130 Millionen Kopien über die Ladentheken, doch um den Ruf des Vorzeige-Windows steht es trotzdem nicht zum Besten. Firmen zieren sich, das System einzuführen, Privatanwender hadern ob der hohen Hardware-Hürden und berichten über anhaltende Treiberprobleme.
Die zu lösen, scheint für manchen Hardwarehersteller keine leichte Sache zu sein. Darüber beklagen sich zumindest die Kunden der auf Soundkarten spezialisierten US-Firma Creative. "Seit einem Jahr verkauft Creative schlecht funktionierende Treiber ihrer Soundkarten für Vista", schreibt beispielsweise Christian Staudte in einer E-Mail an SPIEGEL ONLINE. Eine Meinung, mit der er nicht allein dasteht. Obwohl die Soundkarten als "Vista Ready" bezeichnet werden, fehlen ihnen unter Vista essentielle Funktionen wie etwa die Wiedergabe von Audio DVDs oder von Dolby Digital Sound bei Video-DVDs. Dinge, die unter Windows XP prima klappen.
Gut für die Anwender dieser Soundkarten, dass sich der freie Programmierer Daniel_k die Mühe machte, Creatives' Treibersoftware zu verbessern. Mit seinen modifizierten Treibern, so berichten Anwender, laufen die Karten problemlos und liefern auch unter Vista alle Funktionen, die schon mit Windows XP funktionierten. Daniel_k veröffentlichte einen Link zum Download der verbesserten Software im Forum des Herstellers.
Eine tolle Sache, nur nicht für Creative. Statt dem Programmierer für seine Mühe zu danken, feuerte der Konzern einen fetten Warnschuss ab. Im Prinzip habe man damit keine Probleme, solange den Anwendern klar sei, dass Creative für diese Treiber keine Hilfestellung geben könne. Womit man jedoch ein Problem habe, sei, "wenn Technologie oder intellektuelles Eigentum von Creative oder von Firmen von denen Creative es lizenziert hat, dazu gebracht werden, auf anderen Produkten zu laufen als auf jenen, für die sie gedacht waren".
Im weiteren Verlauf der Stellungnahme wird Daniel_k aufgefordert, sofort damit aufzuhören, die modifizierten Treiber zu verteilen, was er auch sofort tat. Allerdings machte er keinen Hehl daraus, dass er mit Creatives Entscheidung alles andere als einverstanden ist. In einer Antwort formulierte er verwundert, dass es schon ulkig sei, dass Creative "schneller dabei ist, seine Technologie und sein intellektuelles Eigentum zu 'schützen', als verbesserte Software und Treiber für seine Kunden zu liefern".
Dieser Meinung schlossen sich etliche Forumsteilnehmer an. Mittlerweile ist die Diskussion auf über 2300 Beiträge angeschwollen.
Doch Creative ist nicht die einzige Firma, die Probleme mit ihren Vista-Treibern hat.
Auf anderen Social Networks posten:
Pauschal lässt sich das überhaupt nicht sagen. Schlecht programmierte Software könnte durchaus mehr RAM benötigen, aber mit jeder Funktion sollten Zeiger stehen und fallen, sodaß die größeren Adressen nicht merklich ins Gewicht [...] mehr...
Kann man endlich mal diese dumme RAM Diskussion einstellen?! 1GB RAM kostet 13€! mehr...
In der Praxis sind meine Erfahrungswerte, dass 64-bit-Anwendungen etwa 10 - 30% mehr RAM benötigen. mehr...
Es lassen sich auch Programme schreiben, die keine Zeiger, bzw. indirekte Addressierung verwenden. (eine eher müßige Frage bei C, ich weiß...) Weiterhin können mehr Daten in der CPU (in den "Registern") behalten [...] mehr...
Crom, weißt Du was? Ich gebe Dir jetzt einfach Recht und Du gibst endlich Ruhe. Was hältst Du davon? Ich verkneife es mir, Dich über den Unterschied von Theorie und Praxis aufzuklären und Du suchst Dir ne neue Trollwiese. mehr...
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