CDs und DVDs sind eine praktische Sache: Sie nehmen wenig Platz weg, sind im Handumdrehen beschrieben, und es passt viel drauf. Doch die Disks haben einen Schönheitsfehler: Sie gehen schnell kaputt. Bei einer selbstgebrannten Silberscheibe werden Informationen in eine organische Farbschicht gebrannt, die empfindlich auf Sonnenstrahlen, hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit reagiert. Kauf-CDs und -DVDs sind deutlich robuster, denn die Informationen werden dort mechanisch in die Scheibe gepresst, die eine Reflexionsschicht trägt.
Problematisch sei vor allem die mangelhafte Fertigungsqualität der Disks zum Selberbrennen, sagt "c't"-Redakteur Hartmut Gieselmann. Der hohe Preisdruck habe dafür gesorgt, dass selbst Marken-DVDs oder -CDs inzwischen aus Billigfabriken in Indien und Südostasien stammten. Qualitätshersteller seien fast vollständig vom Markt verschwunden. Ihre Produkte würden meist nicht mehr im Einzelhandel verkauft, denn sie kosteten das Doppelte oder Dreifache einer handelsüblichen Scheibe.
Je schlechter die CD oder DVD gefertigt wurde, desto häufiger kommen Datenfehler vor. Das kann laut Gieselmann sogar so weit gehen, dass die Disk schon direkt nach dem Brennen Fehler hat und maximal noch auf dem heimischen Laufwerk, aber nicht mehr auf anderen Geräten funktioniert. Je billiger die Disk produziert wurde, desto höher ist diese Ausfallquote.
Lieber langsam brennen
Am Hersteller selbst sei inzwischen kaum noch erkennbar, ob die Silberscheibe etwas taugt, kritisiert Gieselmann. Oft stecken hinter dem gleichen Markennamen völlig unterschiedliche Hersteller. Jedoch sei die Gefahr, völlig unbrauchbare Scheiben zu erwischen, bei Markenrohlingen geringer als bei günstigen Supermarktangeboten. Professionelle Qualität bekomme man leider nicht im Elektromarkt, sondern nur bei Spezialanbietern, die beispielsweise Krankenhäuser und Versicherungen beliefern.
Um Fehlern beim Brennen vorzubeugen, sollte die Schreibgeschwindigkeit beim Brennen niedrig gewählt werden. Gieselmann empfiehlt maximal die Hälfte dessen, was auf der Packung vorgegeben ist. Gibt der Hersteller also eine 16-fache Geschwindigkeit an, sollte man die achtfache Schreibgeschwindigkeit nehmen.
Im Auto nur Kopien benutzen
Da die Silberscheiben sehr empfindlich sind, sollte man sich beim Speichern nicht nur auf sie verlassen. Wichtige Daten vertraut man am besten ohnehin nie nur einem einzigen Datenträger an, sondern speichert sie mehrfach, etwa zusätzlich auf einer externen Festplatte oder einem USB-Stick, rät Gieselmann. Denn dass die Disk kaputt ist, merkt man meistens erst, wenn sie nicht mehr lesbar ist. Zwar gibt es Prüfprogramme für CDs und DVDs, sie sind jedoch nicht einfach zu bedienen und laufen nicht auf jedem Gerät. Zudem ist der Aufwand oft ziemlich hoch.
Bei schlechter Fertigungsqualität, zu hoher Brenngeschwindigkeit und falscher Lagerung kann es passieren, dass die selbst gebrannte Disk schon nach einem Jahr oder noch kürzerer Zeit ihren Geist aufgibt. Besonders kritisch ist es im Auto: Steht der Pkw in der Sonne, können sehr hohe Temperaturen entstehen, die unter Umständen selbst Original-CDs gefährlich werden. Daher werden fürs Auto Kopien empfohlen, die problemlos ersetzt werden können.
Technik mit Verfallsdatum
Selbstgebrannte Disks sollten generell dunkel - am besten im Schrank - aufbewahrt werden. Sie gehören nicht in die Küche oder ins Bad, denn dort ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Auch im Eisschrank haben sie nichts zu suchen. Zwar ist die niedrige Temperatur grundsätzlich günstig für die Scheiben, aber sie vertragen starke Temperaturschwankungen nur schlecht und müssten sehr langsam wieder "aufgetaut" werden.
Hat eine Disk den Geist aufgegeben, kann man versuchen, sie über ein anderes Laufwerk - etwa bei Nachbarn oder Freunden - auszulesen. Dazu gibt es kostenlose Datenrettungsprogramme im Internet, die aus den Fragmenten eine Image-Datei erstellen und so Stück für Stück Speichereinheiten von der Disk retten. Ist diese Möglichkeit ausgereizt und sind Kratzer auf der Disk, kann man es auch mit Politurpasten aus dem Supermarkt versuchen. Einige Videotheken bieten einen Politurservice an. Sie besitzen professionelle Maschinen dafür. Zwar werden solche Geräte auch für wenig Geld im Einzelhandel angeboten, taugen jedoch nur wenig, wie Gieselmann sagt.
Bei guter Pflege und Lagerung können selbstgebrannte CDs und DVDs viele Jahre halten. Allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Silberscheiben in einem Jahrzehnt gar nicht mehr mit der dann aktuellen Technik kompatibel sind. Wer heute eine Floppy Disk aus den achtziger Jahren auslesen will, hat schließlich ebenfalls ein Problem.
Sandra Schipp/ddp
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