Von Frank Patalong
Vor die Wahl gestellt, zum gleichen Preis entweder ein Netbook mit acht GB Speicherplatz, Linux und kleinem Bildschirm oder aber den oben beschriebenen Laptop zu kaufen, fiele dem Kunden, der damit seinen ersten PC erstünde, die Wahl wohl leicht. Einmal ganz davon abgesehen, dass auf dem PC-Markt Desktop-Modelle noch weit billiger zu haben sind.
Das Netbook: Der "Den will ich auch noch"-Rechner
Damit kommt Szenario Nummer zwei ins Spiel: Es sieht das Netbook vor allem als Accessoire, als Zweitrechner für unterwegs, als Nebenbei-Computer und natürlich auch als Rechner für die Schule. Denn der größte Vorteil sind die kleinen Maße: Während die preiswerten 15,4-Zoll-Laptops typischerweise zwischen 2,5 und vier Kilogramm wiegen und in einem eigenen Koffer transportiert werden müssen, passen Netbooks mit ihrem einem Kilogramm (oder weniger) und Taschenbuch-Maßen bequem in Handtasche, Tornister oder Rucksack.
Das macht das Netbook zum "Den will ich auch!"-Artikel, der seine Kunden letztlich auch deshalb findet, weil er "niedlich" oder schick ist: Dass dies den Firmen durchaus klar ist, beweist deren Werbung. Kaum ein Hersteller verzichtet darauf, das Netbook in Handtaschen, im Café-Einsatz oder am Badestrand von lächelnden jungen Damen bedienen zu lassen. Wie schön, dass Netbooks zudem nicht nur klein, sondern auch mit sanften oder eleganten Formen und großer Farbvielfalt daherkommen - der Einzug des Apple-Prinzips ins 300-Euro-Segment.
Warum auch nicht? Die meisten Netbooks sind völlig hinreichend, können als Schreibmaschinchen für den kleinen Text, E-Mail- und Surfstation sowie als mobiler Multimedia-Player eingesetzt werden.
Szenario 3: Arbeitsrechner für Kleinaufgaben
Sie haben aber auch das Potential, das Business-Leben zu erobern. Heerscharen von Vertretern, Managern und sonstig Mobilen tragen täglich Hunderttausende von Laptops durch die Gegend, ohne diese wirklich zu brauchen. Sie sitzen in Gruppen an Tischen, jeweils einen aufgeklappten Laptop vor sich, während an der Stirnseite ein Laptop für eine Präsentation sorgt. In den meisten Fällen würde dieser eine reichen, und die anderen wären z.B. durch Notizblöcke bestens zu ersetzen.
Doch Mobilrechner sind heute Ausstattungsmerkmale ganzer Berufsgruppen, wie dies früher der Schlips war: Man trägt die blöde schwere Kiste mit sich herum, ob man sie braucht oder nicht. Denn der Laptop signalisiert: Ich bin dienstlich unterwegs und ernst zu nehmen. Ich verkaufe oder präsentiere etwas oder entscheide gar über Dinge. Entscheider entscheiden sich da gern für etwas ultraflaches von Toshiba, das Fußvolk arbeitet mit Dell, während die Kreativen ohne Apple nicht leben können. Selbst Marken sind Teil der Kommunikation via Laptop. Was nichts daran ändert, dass die meisten Maschinen trotzdem mehr oder minder sinnlos herumgetragen werden.
Was wäre das herrlich, hier bei Bedarf einen 800-Gramm-Rechner hervorzaubern zu können, um solche sozialen Signale zu setzen. Oder vielleicht sogar, um wirklich doch noch mal schnell diese eine wichtige E-Mail hervorzukramen, über die man gerade streitet oder verhandelt. Nur ein Ausdruck wäre da noch leichter.
Fazit: Sonnige Aussichten
Unter dem Strich steht den Herstellern mobiler Rechner mit Netbooks wohl kein Rekordsommer bevor, höchstwahrscheinlich aber ein ungewöhnlich guter. Das Netbook dürfte für Mehrkäufe sorgen, wenn auch vornehmlich nicht als Erstrechner für Kundengruppen, die den Kauf bisher aus preislichen Gründen vermieden. Als zusätzliches und zudem tatsächlich nützliches Gadget für PC- und Web-affine Zielgruppen aber besitzt das Netbook erheblichen Sex-Appeal.
Vernunftgründe für den Kauf findet man zudem im Schulbereich. Die Dinger wiegen nicht mehr als ein Buch und sind somit im Gegensatz zu Billig-Laptops auch für Kinderrücken tragbar.
...mit Schattenseiten
Auf der Risikoseite ist zu vermerken, das Netbooks wie Billig-Laptops den Markt der hochpreisigeren Mobilrechner kannibalisieren könnten. Hier akzeptierten die Kunden lange Zeit einfach ein überproportional hohes Preisniveau: Die Dinger waren halt teuer. Netbooks wie Billig-Laptops aber stehen für einen neuen Pragmatismus. Der Nutzer entdeckt, dass es nicht immer schneller, höher, weiter, stärker sein muss, sondern dass es durchaus schick sein kann, sich für ein abgespecktes Konzept zu entscheiden, das nur bietet, was man wirklich braucht.
Käufergruppen, die die von den Mobilrechnern gebotene Leistung wirklich brauchen, wird das nicht weiter interessieren. Der Witz ist nur, dass die verschwindend klein sind: Welcher PC-Nutzer braucht schon wirklich die volle Leistung, die sein Rechner ihm bietet?
Das Prinzip Aldi (verkaufe billig, aber viel) wird dafür sorgen, dass bei den Herstellern die Margen trotzdem stimmen: Die neuen Billigrechner werden für erhöhten Umsatz sorgen. Bedrohlich ist der Trend zum Netbook allerdings ausgerechnet im teuersten Marktsegment der Mobilrechner. Die größeren, gut ausgestatteten Netbooks konkurrieren mit ihren Zehn-Zoll-Bildschirmen, ihren 80-Gigabyte-Platten und relativ fixen Prozessoren direkt mit den hochpreisigen Ultraportables oder Subnotebooks, der Übergang ist quasi fließend - wenn man davon absieht, dass die eleganten "Subs" fünf- bis zehnmal so viel kosten wie die Netbooks.
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Leider meist nur für einen deftigen Aufpreis zu haben, was sich hoffentlich Dank Eee PC ändern wird ;-) Naja, im Grunde kann man mit allem zwischen 10" und 13" gut arbeiten. Vermisse im Grunde eine aktuelle und [...] mehr...
15" - 17" sind dafür, dadurch das sie nicht mobil und praktikabel sind, nicht sinnvoll. 12,1" ist eine perfekte Größe um das alles bei guter sichtbarkeit zu bearbeiten. mehr...
Zum Erschaffen und Bearbeiten komplexer Tabellen, Präsentationen, dem Layout von Texten oder auch Bildern sind Laptops wie der Eee PC auch nicht gedacht. Es geht um kleine mobile Rechner die man überall mit hinnehmen kann. [...] mehr...
Endlich kommt mal Bewegung in den Laptop markt. Vielleicht denken die Techniker ja mal an die Anwender. Ich warte immer noch auf einen würdigen Nachfolger für meinen Amstrad NC 100 (http://de.wikipedia.org/wiki/NC100), der nach [...] mehr...
Da man jetzt überall so etwas nach geschmissen bekommt scheint es sich nicht zu verkaufen. Das Netboot zeigt, dass der Manager nur in einer Richtung denken kann, größer, kleiner, Prozessor Power etc. Es ist wie bei den Autos, die [...] mehr...
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