Von Konrad Lischka
Mein HD-DVD-Player protestiert gegen Umweltschutz. Wenn der Toshiba-Abspieler ein paar Stunden vom Stromnetz getrennt war (Energie sparen!), motzt er beim Start immer so: Ein verärgertes Piepsen, ein blauer Startbildschirm mit dem Kommando "Uhr einstellen". Dann braucht man mindestens fünf Klicks mit der Fernbedienung, um sich durch das eingeblendete Einstellungsmenü für Zeitzone, Jahr, Monat, Tag und Zeit bis zum OK-Knopf zu hangeln.
Wer die Uhr korrekt einstellt, ist noch viel länger beschäftigt - aber wer will das schon, der DVD-Abspieler vergisst die Uhrzeit ja sowieso, wenn er nicht im Standby-Modus läuft.
Kann das denn so schwierig sein?
Seit 1923 gibt es auf diesem Planeten Automatikuhren - da kann man doch erwarten, dass eine immer funktionierende Uhr in einem 300 Euro teuren HD-DVD-Player steckt. Aber nein - wer seinen Toshiba HD-EP10 nicht ständig laufen lässt, wird bei jedem Start aufgefordert, die Zeit neu einzustellen. Der Hersteller hat sich offensichtlich den Miniakku für die Zeitpufferung gespart.
Aber immerhin lässt sich beim Toshiba-Player die Uhrzeit ohne größere Probleme einstellen (wenn auch jedes Mal neu). Das endet bei anderen Geräten oft im totalen Chaos. Denn selbst die teuerste Alltagstechnik beherrscht eine der simpelsten und ältesten Aufgaben kaum - die Zeitmessung.
Senile Xbox, Zeitreise-Handy, Kilometer-Uhrzeit - SPIEGEL ONLINE zeigt, wie Designer an der Zeitumstellung scheitern.
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