Nicht alle Motive sind für die HDR-Fotografie geeignet, nicht überall ist der zusätzliche Aufwand gerechtfertigt oder notwendig.
Aufnahmen im Freien können theoretisch einen sehr hohen Dynamikumfang aufweisen, ist die Sonne allerdings nicht direkt im Bild, kann eine normale Kamera durchaus mit dem Dynamikumfang eines Motivs umgehen. Dass einzelne Spitzlichter und helle Bereiche ins Weiß übergehen, ist nicht zwingend negativ – auch das trägt zur Bildwirkung bei. Von Fall zu Fall muss entschieden werden, wie viel Zeichnung in den hellen und dunklen Bereichen erwünscht ist. Eine HDR-Aufnahme bietet aber auf jeden Fall den größten Spielraum bei der späteren Ausarbeitung.
Faustregel: Sind glänzende Flächen, viel Himmel mit hellen Wolken oder Licht und Schatten nebeneinander vorhanden, handelt es sich wahrscheinlich um ein geeignetes HDR-Motiv. Ist der Himmel bewölkt, können Sie auf jeden Fall auf Belichtungsreihen verzichten!
Motive in geschlossenen Räumen sind oft besser für HDR-Fotografie geeignet. Immer wenn der Blick ins Freie ermöglicht wird, entstehen sehr schnell extreme Kontraste, die sogar das menschliche Auge überfordern. Kirchen und interessante Architektur sind für die HDR-Fotografie wie geschaffen.
Ganz wichtig: die Kombination der unterschiedlichen Belichtungsstufen sollte nicht zu sehr ins Unglaubwürdige übertrieben werden. Reiseprospekte geben mit den stark bearbeiteten Bildern von Hotelzimmern oft ein abschreckendes Negativbeispiel ab.
Die wahrscheinlich besten HDR-Motive findet man in Dämmerung oder Dunkelheit. Neigt sich der Tag dem Ende zu, tauchen im Sucher auf einmal unzählige Lichtquellen auf. Wir müssen also viele helle Punkte abbilden – die Gesamthelligkeit ist aber trotzdem sehr gering. Jede Lichtquelle erzeugt einen begrenzten hellen Bereich, kann aber unmöglich das gesamte Motiv ausleuchten. Das Auge kommt mit dieser Situation gerade noch zurecht – der Kamerasensor erreicht hier allerdings seine Grenzen.
Fazit: Lichtquelle und Lichtwirkung können nicht gleichzeitig in dem Bereich liegen, den derzeit verbreitete Sensoren optimal erfassen können. Diesen Bereich zu erweitern, ist die Aufgabe der HDR-Technik.
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