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DIHT "Null Probleme" mit dem Datumswechsel

Fehlinvestition oder Konjunkturprogramm? Wie viel die Industrie ins Jahr-2000-Problem gesteckt hat, kann niemand genau sagen. Ein zweistelliger Milliardenbetrag dürfte es aber gewesen sein. Doch auch Unternehmen, die nicht investiert haben, sind weitgehend ungeschoren davongekommen. Wurden Milliarden in den Sand gesetzt?

"Ich hoffe nicht", sagt August Ortmeyer. Gleich am Montagmorgen hatte der Abteilungsleiter Handel, Verkehr, Telekommunikation und Dienstleistungen beim Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT) die 82 Industrie- und Handelskammern im Land angemailt und nach etwaigen Problemen bei den Mitgliedsunternehmen gefragt. Bislang war die Antwort der Kammern immer dieselbe: "Null Probleme".

Bis zu einem endgültigen Fazit will der DIHT-Experte zwar noch einen Tag abwarten, schon jetzt sei er aber "sehr zuversichtlich." Viele Unternehmen hätten den Jahreswechsel zum Anlass genommen, ihre Software und ihre Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen oder sogar grundlegend umzustellen. "Die Ausgaben haben sich gelohnt, es ist nichts passiert." Von Fehlinvestitionen will Ortmeyer daher nicht sprechen.

Von einem Konjunkturprogramm aber auch nicht - höchstens für die Y2K-Berater. "Wer Computer einsetzt, muss immer auf potentielle Betriebsstörungen vorbereitet sein." Ob die Investitionen nun kontinuierlich aufgebracht werden oder einmal geballt zum Jahr 2000, das mache, so Ortmeyer, letztlich keinen großen Unterschied.

Eine Einschätzung, die auch Frank Bonaldo, Pressesprecher im Bundeswirtschaftsministerium teilt. "Sicher hat es Übertreibungen gegeben, die Investitionen waren aber zum großen Teil notwendig." Unternehmen, die nichts oder wenig zur Lösung des Jahr-2000-Problems getan haben, sollten sich nicht zu früh freuen. Denn gerade bei den kleineren und mittelständischen Firmen könnte es erst in einigen Tagen auffallen, dass die Buchhaltung oder die Rechnungserstellung nicht mehr funktioniere. Wenn die Probleme aber im laufenden Betrieb behoben werden müssen, kommen die Unternehmen, so Bonaldo, "bestimmt nicht billiger weg."

An Spekulationen, ob die deutsche Wirtschaft durch die Milliarden-Investitionen für Jahre hinweg saniert ist, will sich der Pressesprecher nicht beteiligen. Sicher sei jedoch, dass angesichts des Jahreswechsels "die eine oder andere Investition vorgezogen" wurde. Zumindest für das nächste mögliche Computer-Problem, den 29. Februar 2000, scheinen Industrie und Handel bestens vorbereitet. Bonaldo: "Ich bin da sehr optimistisch."

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