Das Blitzgerät ist die wohl universellste Lichtquelle in der Fotografie. Unabhängig vom Stromnetz bietet es viel Licht auf kleinstem Raum, kann aber noch viel mehr als einfach nur fehlende Helligkeit auszugleichen, und so mancher spezielle Beleuchtungseffekt wird erst durch ein externes Blitzgerät möglich. Trotz der modernen Kameratechnik ist der Einsatz von Blitzlicht aber noch immer problematisch. In diesem Kapitel erfahren Sie, wie mit dem Blitzgerät perfekte Fotos gelingen.
Technische Grundlagen des Blitzens
Ein Blitz macht so manches Foto erst möglich, dessen Aufnahme ohne künstliches Licht nur verwackelt oder unterbelichtet geworden wäre. Trotz großer Fortschritte in der Blitz- und Kameratechnik ist der Einsatz eines Blitzgerätes aber noch immer problematisch und führt oft nicht zum gewünschten Ergebnis.
Auch der Einsatz einer Digitalkamera hat nichts an den grundlegenden Problemen der Blitzlichtfotografie geändert. Die häufigsten Fehler beim Einsatz eines Blitzgerätes sind:
Die optimale Belichtung von Blitzaufnahmen ist auch mit der Digitalkamera nicht ganz einfach, was hauptsächlich zwei Gründe hat:
1. Das Blitzlicht leuchtet nur für den Bruchteil einer Sekunde.
2. Der starke Helligkeitsabfall beim Einsatz eines Blitzgerätes ist durch die physikalische Grundlage bedingt, dass die Lichtstärke mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt. Das heißt: Ist ein Gegenstand doppelt so weit entfernt, kommt nur noch ein Viertel des ursprünglichen Lichts an. Bei Tageslichtaufnahmen fällt dies kaum auf, denn das Tageslicht hat den sehr weiten Weg von der Sonne zurückgelegt und "ein paar" Meter mehr oder weniger spielen praktisch keine Rolle, so dass auch große Objekte relativ gleichmäßig ausgeleuchtet werden. Das Blitzgerät dagegen ist nur wenige Meter vom Motiv entfernt und der rapide Helligkeitsabfall ist deutlich sichtbar. In der Praxis führt das dazu, dass zwar das Hauptmotiv in zwei Meter Entfernung perfekt ausgeleuchtet wird, aber alle Objekte, die sich näher am Blitzgerät befinden, völlig überbelichtet werden und der Hintergrund im Schwarz versinkt.
Für den richtigen Einsatz des Blitzgerätes und für optimale Belichtungen bei der Fotografie mit Blitz ist es daher wichtig, sich klarzumachen, wie sich bestimmte Einstellungen auf das Foto auswirken:
Wenn Blitzeinstellung und Blende unverändert bleiben, die Belichtungszeit aber verkürzt wird (in diesem Fall auf 1/125 s), sinkt der Anteil des Dauerlichts an der Gesamtbelichtung. Die Blumen im Vordergrund bleiben unverändert, der Hintergrund aber versinkt im Dunkel, weil die Lichtmenge des Blitzes quadratisch mit der Entfernung abnimmt
Moderne Blitzgeräte bieten eine Vielzahl von Funktionen, die Sie zum Teil am Blitz, zum Teil an der Digitalkamera einstellen können. Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Blitzbetriebsarten:
Für die meisten Fotos liefert der TTL-Blitzbetrieb die besten Ergebnisse, denn sein großer Vorteil liegt darin, dass alle Belichtungseinflüsse wie z. B. Objektiveigenschaften und sogar eventuell verwendete Objektivfilter mit bei der Messung berücksichtigt werden.
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