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Netbook-Markt 2009 Lauter kleine Kannibalen

3. Teil: Das Netbook-Konzept ist absolut Un-appelig - oder: Warum Apple auf sich warten lässt

Das ist genau das Gegenkonzept zu Apples Strategien. Die Steve-Jobs-Company setzt bei ihren Rechnern auf Wertigkeit, Design, Leistung und Prestigewert. Ihr Mantra lautet eher: Verkaufe weniger, aber teuer. Apple setzt auf hohe Margen.

Kein Wunder, dass Steve Jobs den Gedanken an ein Apple-Netbook bereits mehrere Male von sich gewiesen hat. Fraglich ist, ob er das noch lange kann. Bisher konkurriert etwa das MacBook Air mit PC-Produkten, die auch nicht viel günstiger sind, aber weniger chic. Was, wenn Otto Normalverbraucher bald ein 1,3 kg leichtes, ultraflaches 12-Zoll-Netbook in Alu-Optik für 450 Euro neben das MacBook Air für 1800 Euro legen kann?

Paul Otellini sieht das nicht so. Der Intel-Chef glaubt, dass sich höherwertige Laptops eben immer durch ein Mehr an Leistung legitimieren müssten. Wenn es Netbooks gelinge, den höherpreisigen Markt zu kannibalisieren, sei man selbst schuld.

Darüber könnte man streiten. Die Frage, wie viel Laptop der Mensch wirklich braucht, haben angeblich 5,6 Millionen Käufer im dritten Quartal 2008 mit der Geldbörse beantwortet. Je mehr Abweichungen vom eng definierten, relativ leistungsschwachen Netbook-Standard es geben wird, desto mehr könnten das werden. Denn noch kann man kräftig aufbohren: Mit Celerons und Dual-Core-Atoms, mit größeren Speichermedien und mehr Arbeitsspeicher in Verbund mit Linux, mit Mobilfunk-Funktionalitäten und verbesserten Grafik-Features für den Einsatz als Mobil-Filmabspieler.

Noch beißen sich Netbook und höherer Preis

Und kein Unternehmen wäre so gut aufgestellt, sämtliche bisherigen Netbook-Standards über den Haufen zu werfen, wie Apple. Was Jobs und Co. hindern mag, ist wohl die Aussicht, ein Mini-Air zu stark verminderter Marge anbieten zu müssen. Netbook-Pionier Asus, der mit angeblich 60 Prozent Anteil noch immer den Netbook-Markt in Europa dominiert, erlebt gerade mit dem Edel-EeePC S101, dass es gar nicht so einfach ist, das Marktsegment gen 600 Euro zu erweitern. Die aktuelle Schmerzgrenze für ein Netbook scheint bei den Verbrauchern stabil bei 400 Euro zu liegen - billiger läuft besser.

Gerüchte über ein Apple-Netbook im Januar sind deshalb wenig wahrscheinlich. Noch ist aber auch Zeit: Bei MP3-Playern hat Apple schon einmal gezeigt, dass man ruhig Jahre abwarten kann, bevor man einen Markt aufrollt. Dort halten die eigentlich spät eingeführten iPods einen Marktanteil von 70 Prozent, Konkurrenten halten fast nur noch über niedrigere Preise dagegen. Apple geht Märkte gern an, wenn sie dafür bereit sind, dort auch eine passende Marge zu erzielen.

Noch aber findet die Konkurrenz der Netbook-Hersteller nur über den Preisrabatt statt, kaum über Features. Netbook-Besitzer finden ihr Produkt cool, weil es für wenig Geld per definitionem wenige Dinge, die aber gut kann. Das ist die Definition eines Anti-Apple.

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insgesamt 22 Beiträge
arkon_de 22.12.2008
Ich habe in meinem Bekanntenkreis schon Netbook-Besitzer und bin seit kurzem selbst einer (seit es die Dinger mit eingebautem UMTS gibt). Das ist allerdings nut sekundär eine Geldfrage, das man nicht bereit ist für ein Vaio und [...]
Ich habe in meinem Bekanntenkreis schon Netbook-Besitzer und bin seit kurzem selbst einer (seit es die Dinger mit eingebautem UMTS gibt). Das ist allerdings nut sekundär eine Geldfrage, das man nicht bereit ist für ein Vaio und Co fast 2000 Euro auszugeben liegt wohl eher daran das das Preis/Leistungsverhältnis nicht stimmt. Ansonsten kenne ich einige Leute die zwar immer gerne einen eigenen Rechner dabei haben aber kein Interesse 3,5kg mit sich zu schleppen. So bleibt bei mir nun auch der Laptop fast gänzlich in der Dokingstation, der Netbook geht sogar mit auf die Radtour (man weis ja nie:-). Im Zug kann man endlich arbeiten ohne das man alleine den kompletten Tischplatz belegt. Und im Sommer passen 9-10" immer auch in einen Biergarten:-) Für mich das Fazit: der Preis ist mit ein Argument, aber Größe und Gewicht der Netbooks ermöglichen endlich die unabhängigkeit die so lange von der Werbung vesprochen wurde.
Nov 22.12.2008
Eine durchaus treffende Analyse des derzeitigen Netbook-Marktes, dieser Artikel. Was ich allerdings nicht ganz verstehe ist die Assoziation von Apple mit "Leistung". Apple baut gute Geräte mit hochwertigem Design, [...]
Eine durchaus treffende Analyse des derzeitigen Netbook-Marktes, dieser Artikel. Was ich allerdings nicht ganz verstehe ist die Assoziation von Apple mit "Leistung". Apple baut gute Geräte mit hochwertigem Design, aber der oft beworbene Leistungsvorsprung ist dann doch ein Marketingmärchen. Wenn man durch Treiberanpassung nochmal 20% mehr Leistung aus der Hardware eines Mac Book Airs herauskitzelt, dann ist das so, wie beim Tuning eines Golfs - einen Ferrarie überholt man damit letztlich doch nicht. Nur, dass bei Apple der Golf trotzdem 200 000 Euro kosten würde.
Eiermann 22.12.2008
Interessanter Artikel. Die Punkte 1. Preis und 2. Handlichkeit scheinen mir die Hauptgründe für den Netbook-Boom. Der 3. Punkt des technischen Reduktionismus an Ausstattung scheint mir eher nachgeordnet und aus den ersten beiden [...]
Interessanter Artikel. Die Punkte 1. Preis und 2. Handlichkeit scheinen mir die Hauptgründe für den Netbook-Boom. Der 3. Punkt des technischen Reduktionismus an Ausstattung scheint mir eher nachgeordnet und aus den ersten beiden Punkten folgend. Wären die Geräte mit besserer Ausstattung wie Laufwerk und anderem Schnickschnack genauso preiswert, leicht und handlich, würden sie genauso gekauft. Wobei mir der Bedarf an weiteren Gerätegrößen zwischen Netbooks und Smartphones ziemlich breitgefächert scheint. http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=3066063&postcount=39 Bei richtigen Festplatten bin ich hinsichtlich Transportempfindlichkeit allerdings nach wie vor skeptisch und setze auf die immer besser werdenden Flashspeicher und USB-Sticks.
wakaba 22.12.2008
Klein, Lautlos (kein Plattenrattern), Preiswert.
Klein, Lautlos (kein Plattenrattern), Preiswert.
chris_650 22.12.2008
Ich bin seit einigeer Zeit auch Besitzer eines Eee-Pcs. Der wichtigste Hauptgrund für mich war einfach das Fehler einer Festplatte (beim Asus Eee-PC 900)! Zu deutsch: keine (oder sehr wenige) bewegliche Teile, ergo relativ [...]
Ich bin seit einigeer Zeit auch Besitzer eines Eee-Pcs. Der wichtigste Hauptgrund für mich war einfach das Fehler einer Festplatte (beim Asus Eee-PC 900)! Zu deutsch: keine (oder sehr wenige) bewegliche Teile, ergo relativ erschütterungsfest. Was für mich heisst: Endlich ein MOBILES Gerät, das nicht mit Samthandschuhen heumgetragen werden muss, sondern das man auch mal im Beiwagen des Motorrades transportieren kann, ohne dass man Angst haben muss, die Festplatte zu schreddern.. Die Leistung reicht allemal, um Blogs, Emails oder sonstige Texte zu schreiben, für grosse Bildbearbeitung, Datenbaken etc hat man ja zuhause einen Rechner.. Das wäre mir auch mehr Geld wert gewesen. Ein überkandideltes Notebook, superslim und dafür laut, mit allem Schnickschnack... wer braucht sowas? Im Büro, wo man dann sowieso einen extra Bildschirm braucht? Für das Geld kauf ich einen richtigen Rechner und 2 Bildschirme. Daten rumtragen? Dafür gibts mobile Festplatten und Sticks in einer immer größeren Kapazität. Unterwegs arbeiten? Manche vielleicht, und die brauchen eigentlich, wenn Sie mal überlegen, auch nur Korrespondenz. Die Industrie hat (mal wieder) lange an den Bedürfnissen der Kunden vorbeiproduziert und der Markt "hungert" nun nach diesen, eben praktischen, Netbooks.. Ist nur meine Meinung... :-)
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