Von Frank Patalong
Ihre aktuelle Ausgabe der monatlichen Browser-Statistiken versieht das US-Marktforschungsunternehmen Net Applications mit einem regelrechten Warnhinweis: "Die Feiertage im Dezember", heißt es da, "haben sich stark zugunsten der Heimnutzung gegenüber der Business-Nutzung ausgewirkt. Das wiederum erhöht den relativen Marktanteil von Macs, von Safari, Firefox und anderen Produkten mit einer relativ hohen Heimnutzungsquote. Daher sollten alle Nutzerstatistiken für den Dezember vor diesem Hintergrund gelesen werden."
Die freundliche Warnung vor den Wacklern in der Statistik trägt in sich schon eine Botschaft: Wenn Computernutzer nicht dienstlich vor dem Rechner sitzen, nutzen sie andere Maschinen und Programme als am Arbeitsplatz. Dann liegt - wie im Dezember 2008 - der laut Net Applications marketshare weltweite Marktanteil von Apples Mac OS X eben nicht bei 8,87 Prozent, sondern bei 9,63 Prozent. Und natürlich zeigen die Dezemberzahlen auch Verluste beim Marktanteil des Internet Explorer und entsprechende Zuwächse bei den alternativen Browsern (siehe Tabelle).
Fragt sich nur, ob das wirklich am Dezember liegt. Denn auch das zeigen die Net-Applications-Zahlen: Dieser Trend am Browsermarkt ist so stabil wie langfristig. Die Verluste des Internet Explorer im Dezember 2008 gegenüber dem November fallen mit minus 1,62 Prozent kaum größer aus als die Novemberverluste im Vergleich zum Oktober (minus 1,5 Prozent).
Die Veränderung beschleunigt sich
Innerhalb eines Jahres hat der Explorer nun 7,89 Prozent Marktanteil eingebüßt. Im Jahr davor waren es nur knapp vier Prozent gewesen. Kurzum: Der Verlust von Marktanteilen beschleunigt sich, entsprechend steigen die Marktanteile von Safari, Opera, seit kurzem Google Chrome, vor allem aber von Firefox.
| Browser-Charts Dezember 2008 | ||||
| Platz | Browser | Marktanteil | Veränderung zum Vormonat | Veränderung zum Vergleichsmonat Vorjahr |
| 1 | Internet Explorer | 68,15% | -1,62% | -7,89% |
| 2 | Firefox | 21,34% | +0,56% | +4,54% |
| 3 | Safari | 7,93% | +0,80% | +2,34% |
| 4 | Chrome | 1,04% | +0,21% | - |
| 5 | Opera | 0,71% | +/-0% | +0,07% |
| 6 | Netscape | 0,57% | -0,04% | -0,09% |
| 7 | Andere | 0,26% | +0,01% | +0,07% |
| Weltweite prozentuale Marktanteile laut Net Applications | ||||
Und das könnte sich 2009 noch beschleunigen - der Browsermarkt könnte ein Jahr der Entscheidung erleben. Dazu trägt nicht nur bei, dass die Browser-Alternativen von immer mehr Nutzern als bessere Produkte empfunden werden, die sie bei ihrer privaten Nutzung dann vorziehen, sondern möglicherweise hilft auch die Politik nach: Aktuell verlangt die EU-Kommission von Microsoft, Browsersoftware und Betriebssystem zu entkoppeln. Es könnte wieder einmal um ein empfindliches Bußgeld gehen, das Milliardenhöhe erreichen könnte.
Das wirkt wie ein verspätetes Echo auf den "Browser War" zwischen Microsoft und Netscape in den Neunzigern und die darauffolgenden Kartellprozesse gegen Microsoft, ist aber als Maßnahme gegen Wettbewerbsverzerrungen gedacht: Nach wie vor sieht die EU-Kommission in der Vorinstallation des Internet Explorers einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Seit zehn Jahren rangelt die Kommission aus diesem und anderen Gründen mit Microsoft, brummte dem Konzern bisher Bußgelder in Höhe von 1,7 Milliarden Euro auf.
Jetzt erwägt die EU Kommission sogar, die Auslieferung von Windows, respektive PC mit vorinstallierten Betriebssystemen mit einer Auswahl alternativer Browser zu erzwingen. Der "Heimvorteil" des Internet Explorers würde sich damit zumindest in Europa verflüchtigen.
Nicht, dass der noch sonderlich groß wäre. Der europäische Markt ist in Bezug auf die Browsernutzung völlig anders als der internationale - nirgendwo sind Microsofts Marktanteile niedriger und Mozillas höher. Insbesondere in Deutschland ist Mozillas Firefox auf dem besten Wege, zum Mehrheitsbrowser zu werden.
Deutschland: kippende Mehrheiten
In den Nutzerstatistiken von SPIEGEL ONLINE ist er das an Wochenenden schon lang. Sie zeigen Firefox bei über 50 Prozent Anteil, sobald die Firmenrechner ausgehen, während der Internet Explorer inzwischen unter 35 Prozent vor sich hindümpelt. Das allerdings ist nicht repräsentativ: Je informierter die Leserschaft auch in Sachen IT ist, desto höher die Nutzungsquote alternativer Browser. Die Nutzerschaft von SPIEGEL ONLINE liegt hier augenscheinlich über dem Durchschnitt.
Doch auch der bundesdeutsche Durchschnitt nähert sich langsam diesem Bild an, behauptet zumindest die neueste W3b-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß. Das versucht sich seit 1995 daran, die Demografie der deutschen Web-Nutzer und ihre Vorlieben zu erfassen. 2009, glauben die Marktforscher, "wird sich zeigen, ob Firefox (...) auch die Gesamt-Marktführerschaft erreichen wird". Denn im Feld der "modernen" Browser der neuesten Generation habe Firefox die in Deutschland bereits erlangt: Firefox 2 und 3 lägen mit zusammengenommen 38 Prozent Marktanteil knapp vor dem Internet Explorer 7 mit 37 Prozent.
Zwei gegen einen wirkt ein wenig konstruiert, doch auch insgesamt seien die Internet-Explorer-Browser in Deutschland auf nur noch 53,9 Prozent Marktanteil gefallen, sagen Fittkau & Maaß, die Mozilla-Browser seien Microsoft mit 38,9 Prozent auf den Fersen. "Sollte sich dieser Trend fortsetzen", schlussfolgern die deutschen Marktforscher, "ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Firefox die Spitzenposition unter den Browsern einnimmt."
Der Browsermarkt 1996 bis Ende 2008: Aufstieg und Niedergang des Explorers, Abstieg von Netscape/Mozilla - und Wiederaufstieg als Firefox
Diese Frage wird sich auch daran entscheiden, ob es Microsoft gelingt, mit dem Internet Explorer 8 qualitativ zu den Konkurrenten Firefox, Safari und Opera aufzuschließen. Zuwächse zeigt in den vergangenen zwei Monaten auch der nachgebesserte Google-Chrome-Browser, dessen weltweiter Marktanteil von 1,04 Prozent aber noch mit Vorsicht zu genießen ist: Neuveröffentlichungen führen immer zu Ausschlägen in einer Probierphase. Es bleibt abzuwarten, ob sich Google dauerhaft in dieser Region etablieren kann oder sogar Zuwächse verzeichnet.
So oder so: 2009 wird ein ungewöhnlich spannendes Jahr auf dem Browser-Markt.
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Neben der hervorragenden Bedienbarkeit des FF, in der der IE ja nun nachgezogen hat, ist das Hauptargument für den FF die höhere Sicherheit, welche sich unter anderem aus der kleineren Nutzerzahl ergibt. Da liegt für mich die [...] mehr...
Behaupten lässt sich viel. Nochmal: Wo bitte kann man es anhand von Fakten Nachlesen? ---Zitat--- Und das Spon den Nutzern gerne den Honig um's Maul schmiert besser als der Bundesschnitt zu sei... naja. ---Zitatende--- [...] mehr...
Also mir persoenlich ist der Macher des Browsers egal. Er muss meinen Anforderungen gerecht werden. IE8 benutze ich nur mit Hilfe von Maxthon alt und mehr als gleichberechtigt Firefox 3. Den Google-Versuch legte ich gleich zur [...] mehr...
dass das Füchslein User verliert. Der ursprüngliche Grund für den Erfolg liegt nicht nur in der Qualität des Browsers begründet, sondern eben auch in der geringen User-Base und der damit verbundenen Unatraktivität für all die [...] mehr...
Wo kann man diese Behauptung bitte nachlesen? ---Zitat--- die genug haben von speicherfressenden Monstern, ---Zitatende--- In Zeiten von Terrabyte-Platten und PCs, bei denen 2GB RAM schon Standart sind, ist das ja das [...] mehr...
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