Hamburg - Etwa ab 16 Uhr am Dienstagnachmittag waren viele T-Mobile-Kunden mit ihren Handys nicht mehr erreichbar und konnten auch selbst niemanden mehr anrufen. Wer Geduld hatte und eine lange Stille nach dem Wählen der Nummer aushielt, konnte sich von einer kühlen Frauenstimme sagen lassen: "Dieser Anschluss ist aus technischen Gründen vorübergehend nicht erreichbar. Bitte rufen sie später wieder an."
Störung im T-Mobile-Netz: Ein Softwarefehler war die Ursache
Ursache für die Störung sei ein Softwarefehler im sogenannten Homelocationregister (HLR) gewesen. Dort werden die Telefonnummern den einzelnen SIM-Karten zugeordnet, erklärte Wende. Insgesamt drei Datenbanken seien betroffen gewesen und müssten nach und nach wieder verfügbar gemacht werden.
Wer telefonieren wollte, bekam zwar wie sonst auch ein Netz angezeigt - eine Verbindung kam jedoch nicht zustande. Und mit ihren Handys kamen die Kunden auch nicht mehr ins Internet. Auch das Versenden oder Empfangen von Textnachrichten war nicht möglich. Die Panne war so gravierend, dass die Techniker zunächst offenbar noch nicht einmal wussten, wo genau das Netz ausgefallen war.
Es sei noch nicht geklärt, ob es tatsächlich einen bundesweiten Ausfall gegeben habe, sagte Wende. So scheinen nicht alle T-Mobile-Kunden zum Verzicht auf Handy-Telefonate gezwungen gewesen zu sein. In Hamburg oder Frankfurt konnte man mit einigen SIM-Karten von T-Mobile problemlos telefonieren - mit anderen Karten in derselben Funkzelle dagegen nicht. T-Mobile hat in Deutschland knapp 40 Millionen Kunden und ist Marktführer.
T-Mobile-Konkurrent Vodafone teilte mit, dass seine Kunden problemlos telefonieren konnten. "Bei uns läuft alles rund", sagte ein Sprecher. Allerdings hätten auch Vodafone-Kunden nicht mehr mit T- Mobile-Nutzern telefonieren können.
Die Bundesregierung zeigte sich unbeeindruckt von der Netzstörung. "Die Kanzlerin ist jederzeit erreichbar", sagte ein Regierungssprecher. Wenn es ein technisches Problem gebe, werde schnellstmöglich eine Ersatzlösung gefunden. Angela Merkel lässt sich über Vorgänge gern per SMS auf dem Laufenden halten. Welches Handy-Netz die Regierungschefin nutzt, sagte der Sprecher nicht.
sac/ddp/AP
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