San Francisco - Google will Ergebnisse seiner Internet-Suche demnächst neu darstellen, so dass auf den ersten Blick mehr Informationen als bisher angezeigt werden. Das Internet-Unternehmen stellte die neue Technik namens "Squared" am Dienstag auf seiner "Searchology"-Veranstaltung in San Francisco vor, die zum Teil als Webcast übertragen wurde.
Statt der bisherigen Trefferliste mit den hervorgehobenen Suchbegriffen stellt die "Squared"-Darstellung die gewünschten Informationen bereits in strukturierter Form dar. Dabei werden Inhalte aus der riesigen Internet-Datenbank von Google in Spalten und Reihen übersichtlich organisiert. Während der Präsentation am Dienstag wurde gezeigt, wie die Suche nach "kleinen Hunden" eine Übersicht auf den Bildschirm bringt, die Hunderassen mit Namen, Foto, Beschreibung, Gewicht und Größe aufführt.
Diese Inhalte wurden aus relevanten Web-Seiten herausgezogen. Die Internet-Nutzer haben zwar die Möglichkeit, sich von der Übersicht zu den zugrundeliegenden Originaldokumenten im Web zu klicken. Möglicherweise haben dann aber viele gar nicht mehr das Bedürfnis dazu, da sie bereits alle Informationen haben, die sie brauchen. Damit folgt Google dem Trend hin zu konkreteren Suchergebnissen - zu Antworten statt Quellenangeboten.
Das allerdings dürfte den Betreibern der Websites, aus denen die Antworten destilliert werden, gar nicht gefallen - insbesondere, wenn sie zur Finanzierung ihrer Projekte auf viele Besucher angewiesen sind, um Einnahmen aus Online-Werbung zu erzielen.
Die für die Internet-Suche zuständige Google-Managerin Marissa Mayer sagte, es gehe bei "Squared" darum, die Millionen von Nutzer effizienter als bisher bei Informationsrecherchen zu unterstützen. Meyer sprach von "informed clicks" - was man frei als "begründetere Klickentscheidung" übersetzen könnte.
Eine ausführlichere Darstellung von Inhalten schon in den Suchergebnislisten wird auf Seiten der Web-Seiten-Betreiber nicht unbedingt immer Beifall finden. Google ist bisher schon in Konflikt mit Zeitungsverlegern, die mit den "Google News" ihre Urheberrechte verletzt sehen. Dort werden Kurzfassungen von Zeitungsberichten und Nachrichten angezeigt. Auch bei den Google News können die Nutzer schnell zu den Original-Websites gelangen. Vielen aber reicht die Kurzfassung auf dem Google-Server.
Eine weitere Neuerung der Google-Suche sind "Snippets", mit denen Einträge in der Trefferliste mit zusätzlichen Informationen angereichert werden können. Bei den Suchoptionen ist es seit kurzem bereits möglich, die Ergebnisse auf Web-Seiten aus einem bestimmten Zeitraum zu begrenzen. Eine weitere Option ermöglicht es, die Suchmaschine auf bestimmte Kategorien wie zum Beispiel Produkttests einzugrenzen. Erstmals versucht sich Google auch an der Integration von visuell aufbereiteten Suchergebnis-Listen, die ihre Funde in Form von Organigrammen darstellen, die das Suchergebnis in seinem thematischen Kontext zeigen. In Googles Erklär- und Promotionvideo sieht das alles schon ganz toll aus. Wer es ausprobiert, entdeckt allerdings schnell, das die Möglichkeiten hier noch sehr begrenzt sind.
Doch Google kommt um ein "Mehr" kaum noch herum, vor allem aber müssen die Ergebnisse konkreter werden. Diesen Trend dürfte nicht zuletzt die neue Suchmaschine Wolfram Alpha befeuern, die voraussichtlich am 18. Mai online gehen wird und konkrete Antworten statt ausufernder Suchergebnislisten verspricht - allerdings auch nur auf sehr konkrete Fragen in relativ eng begrenzten Themenbereichen, wie erste Tests zeigten. Wolfram Alpha wird anfänglich nur beantworten können, was als Antwort quantifizierbar und über amerikanische Quellen abrufbar ist. Für Themen, für die das nicht gilt, bleibt Wolfram Alpha blind - ebenso für Wahlergebnisse.
Genau darum wird aus Wolfram Alpha auch kaum der von Teilen der Medien beschworene "Google-Killer". Immerhin aber stellt Wolfram Alpha eine Konkurrenz dar, die vorführt, dass Google in technologischer Hinsicht nicht mehr unbedingt die unangefochtene Spitzenposition für sich reklamieren kann. In den vergangenen acht, neun Jahren war Google in dieser Hinsicht fast ohne Konkurrenz, was der Firma in vielen Ländern eine nahezu monopolhafte Marktstellung eingebracht hat. Das soll auch so bleiben, wenn es nach dem Willen der Google-Manager geht.
"Wir streben immer nach der idealen oder perfekten Suchmaschine", sagte dazu Marissa Mayer bei der Searchology-Präsentation. Google habe vielleicht 90 Prozent auf diesem Weg zurückgelegt. Die restlichen zehn Prozent der Wegstrecke seien aber vielleicht am schwierigsten. Das zeigte sich auch bei einer kleinen Panne der "Squared"-Präsentation: Die Suche nach "vegetables" (Gemüse) führte in der Übersicht auch eine Reihe für die Sportart Squash auf - gemeint war offenbar "squash" in der Bedeutung von "Kürbis".
AP/pat
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