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Zu viele Zugriffe Sabotage legt Yahoo lahm

Massenhafte Anfragen haben Yahoo ins Trudeln gebracht. Etwa drei Stunden lang war das Angebot des Internet-Dienstleisters nicht erreichbar. Für die Firma in Santa Clara ist klar: Es war Sabotage.

San Francisco - Wie Yahoo-Präsident Jeff Mallett bestätigte, wurde ein Rechenzentrum in Kalifornien gezielt mit Anfragen bombardiert. Zu Spitzenzeiten musste der dortige Router ein Datenvolumen von bis zu einem Gigabyte pro Sekunde bewältigen - ein Datenstrom, dem andere Seiten während eines gesamten Jahres nicht ausgesetzt sind.

Sabotiert: Rund drei Stunden lang war Yahoo nicht erreichbar

Sabotiert: Rund drei Stunden lang war Yahoo nicht erreichbar

Der Angriff, der von zahlreichen Computern aus gestartet wurde, war offensichtlich gut koordiniert. Mindestens 50 Rechner sollen an der Attacke, deren Hintergrund noch unklar ist, beteiligt gewesen sein. "Alles ging so schnell und war so umfangreich, dass wir die Anfragen nicht auf andere Rechner umleiten konnten", sagte eine Yahoo-Sprecherin.

Die Attacke am Montagmittag habe "zwischenzeitlich verhindert", dass Benutzer auf das Angebot der Website zugreifen konnten. Millionen User waren rund drei Stunden lang gezwungen, auf der Suche nach Nachrichten oder Informationen die Angebote der Konkurrenz anzusteuern. Die internationalen Dienste und die deutsche Yahoo-Ausgabe waren zu 40 Prozent beeinträchtigt, konnten aber erreicht werden.

Von einem Hackerangriff könne allerdings nicht gesprochen werden, da in die Rechner nicht eingedrungen worden sei. Die Datenbestände hätten den Angriff unbeschadet überstanden. Auch der E-Mail-Service sei nicht betroffen gewesen.

Trotzdem ist der Zusammenbruch des Servers wohl der schwerste Vorfall in der weitgehend makellosen Yahoo-Geschichte. Bislang gingen Experten immer davon aus, dass Yahoo trotz seines enormen Wachstums genügend Kapazitäten vorhalte.

Ein Sprecher der US-Firma Keynote Systems sagte, im angegebenen Zeitraum seien nur zwei Prozent der Anfragen an die Yahoo-Site beantwortet worden. Normalerweise erreichen Yahoo 99,3 Prozent aller Anfragen. Von daher stelle der Angriff mehr als nur einen zwischenzeitlichen Ausfall dar.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Vorfalls sind noch nicht abzuschätzen. Der Schaden dürfte allerdings in die Millionen gehen. Da Yahoo nicht nur eine Suchmaschine sei, sondern beispielsweise auch persönliche Online-Terminkalender für seine Kunden anbiete, könne ein Ausfall, so Cormac Foster von der Firma Jupiter Communications, schwerwiegende Folgen haben.

Unklar ist auch noch, wie Werbekunden auf den Vorfall reagieren werden. Experten rechnen damit, dass die Werbetreibenden für die Zeit des Ausfalls eine Form der Kompensation verlangen könnten. "Manche Werbekunden werden brüllen und ihr Geld zurückfordern", sagte Lay Ryder, Vizepräsident von Zona Research. "Andere werden kostenlose Werbebanner für die Zukunft fordern."

Doch nicht nur auf die Werbeeinnahmen wird sich der Ausfall negativ auswirken. Auch Yahoos Ruf als zuverlässiges Portal könnte in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Noch verbucht der Internet-Dienstleister pro Tag etwa 465 Millionen Seitenzugriffe.

Ob sich Kunden und Werbewirtschaft langfristig vom Ausfall beeinflussen lassen, bleibt jedoch fraglich. Als das Auktionshaus eBay im Sommer für 22 Stunden lahm gelegt wurde, waren zunächst hohe Investitionen in Infrastruktur und Service nötig - über längere Zeit betrachtet, hat sich der Vorfall aber nicht negativ auf eBay ausgewirkt.

Dass die jetzige Yahoo-Panne ein einmaliger Vorfall bleiben wird, wollte am Montag allerdings keiner der Verantwortlichen versichern. "Wir sagen nicht, dass so was nie wieder passieren kann", sagte Yahoo-Chef Mallet. "Aber wir haben unsere Backup-Systeme am Laufen."

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