Netbooks sind klein, schick, praktisch und können fast überall dabei sein. Großer Nachteil der Computer-Winzlinge ist allerdings oft die kurze Akku-Laufzeit. So geht vielen Modellen schon nach zwei Stunden die Puste aus. Schuld sind meist die kleinen Akkus die den Geräten beiliegen. Ihre drei Akkuzellen sind zwar schlank, leicht und billig, speichern aber zu wenig Energie für lange Ausflüge.
Wer sein Netbook länger ohne Netzteil unterwegs betreiben will, bekommt bei vielen Herstellern deshalb nun auch leistungsstärkere Sechszellen-Akkus, die bis zu acht Stunden Laufzeit versprechen. Kleiner Nachteil: Sie müssen häufig separat gekauft werden und machen die Minicomputer 300 bis 400 Gramm schwerer.
Nicht zuletzt der Preis von um die hundert Euro und mehr für Originalakkus vom Netbook-Hersteller lässt viele Nutzer nach günstigeren Alternativen bei Internet-Auktionshäusern und in Online-Shops Ausschau halten - was Akku-Experte Jürgen Rink vom Computermagazin "c't" für richtig hält.
Selbst etablierte Hersteller verrieten nicht, woher sie ihre Akkus bezögen, ein Ausnahme sei etwa Lenovo. Deshalb rate er Verbrauchern zu den billigsten Kraftzellen, "denn auch bei den teuersten hat man keine Gewähr, dass man ein Markenprodukt bekommt".
Keine Angst vor Hitzeproblemen
Die Sorge, dass das Net- oder Notebook mit No-Name-Akkus überhitzen könnte, hält er für unberechtigt. "Es gibt keine Hinweise, dass diese vermehrt Feuer gefangen haben", fasst er das Ergebnis seines Studiums der Akku-Rückrufe von Notebook-Herstellern zusammen. Solche Defekte seien im Gegenteil bei Markenakkus aufgetreten.
Die neuen Sechszellen-Akkus bewertet er zurückhaltend. Den meisten Anwendern reiche die Laufzeit der aktuellen Modelle von gut drei Stunden mit dem Standard-Akku. "Und wer mehr möchte, bekommt für fast jede Marke inzwischen auch leistungsstärkere Modelle", fügt Rink an. Weil die Konkurrenz zunehmend größer werde, lieferten einige Hersteller die Langläufer aber auch gleich mit.
Gute Pflege erhält Akkus
Egal ob Vier- oder Sechszellen-Akku - entscheidend für die Lebensdauer ist die richtige Pflege. Je nach Qualität zeigt sich das am Durchhaltevermögen. "Bei guten Akkus merkt man nach einem Jahr, dass ihre Leistung abnimmt. Schlechte verlieren schon nach einem Jahr 10 bis 20 Prozent der Leistungsstärke", sagt der Experte.
16 Stunden Laufzeit dank Hybridtechnik
Den nächsten Schritt in Sachen mobiler Laufzeit geht übrigens MSIs Netbook-Modell Wind U115 Hybrid. Darin werkelt außer einer herkömmlichen Festplatte auch ein 8 GB großer Flashspeicher. Der ist laut Test der Zeitschrift "c't" (14/2009) in der Lage, das komplette Betriebssystem aufzunehmen, so dass sich die Festplatte vollständig abschalten lässt. So kommt das Hybrid Netbook für rund 500 Euro auf eine Akku-Laufzeit von 16 Stunden.
Wem die Hälfte reicht, der kommt nach Angaben der Tester mit dem Asus Eee PC 1000HE für 360 Euro oder dem Samsung NC10 für knapp unter 400 Euro auf seine Kosten. Beide haben den Sechszellen-Akku schon serienmäßig unter der Haube.
Ralph Bauer, ddp
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