Brüssel/Redmond - Firefox, Chrome, Opera, Netscape: Wer im Herbst das neue Windows 7 auf seinem PC installiert, könnte endlich die Wahl zwischen verschiedenen Browsern haben, anstatt von Microsoft
ausschließlich mit dem hauseigenen Internet Explorer versorgt zu werden.
Um drohende Bußgelder der EU-Kommission zu umgehen, hat der US-Computerhersteller angeboten, sein Betriebssystem für andere Browser zu öffnen. Dem Vorschlag nach soll der Windows-Nutzer künftig mit wenigen Klicks den bislang installierten Internet Explorer deaktivieren und einen anderen Browser als Standard auswählen können.
Microsoft beugt sich damit dem Druck der Brüsseler Wettbewerbshüter, die dem Konzern vorwerfen, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen, indem er das weit verbreitete Windows stets im Paket mit dem Internet Explorer verkauft. Der Browser ist ebenfalls ein Programm aus dem Hause Microsoft.
Diese Koppelung verstößt laut Kommission gegen geltendes EU-Recht. Im Januar wurde deswegen das Verfahren gegen Microsoft eingeleitet.
Um weiterem Ärger mit der EU zu entgehen, hatte das Unternehmen bereits im Juni angekündigt, die kommende Version seines Betriebssystems, Windows 7, in Europa komplett ohne vorinstallierten Browser auf den Markt zu bringen. Die Wettbewerbshüter fühlten sich missverstanden: Kein Browser sei nicht die Lösung, eine Auswahl müsse her.
Entsprechend positiv nahm die EU-Kommission den Microsoft-Vorschlag an. Nun soll geprüft werden, ob die Verbraucher dadurch tatsächlich die Möglichkeit zu freien Auswahl bekommen.
can/AP/AFP
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