Redmond -
Die Szenerie in Microsofts Firmenzentrale ähnelte einem James-Bond-Film. In goldfarbenen Koffern überreichte Bill Gates den Vertretern von sechs großen Computerherstellern die endgültige Version des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows XP. Effektvoll rauschten die Abgesandten mit dem "gold code" nach der Übergabe in Hubschraubern davon.Erstmals veröffentlichte der Software-Gigant Microsoft auch die Preise für Windows XP in den Vereinigten Staaten. Demnach soll die Version für den privaten Nutzer 199 Dollar - umgerechnet etwa 425 Mark - kosten. Das Update für ein bereits installiertes Programm wird für 99 Dollar zu haben sein. Die Vollversion für Unternehmen schlägt mit 299 Dollar zu Buche, das entsprechende Update mit 199 Dollar. Die Preise für den deutschen Markt konnte der Software-Konzern noch nicht nennen.
Die ersten Rechner mit Windows XP sollen am 25. Oktober ausgeliefert werden und - so verspricht es Microsoft vollmundig - dank des neuen Betriebssystems viel stabiler laufen als unter den Vorgängerversionen. Windows XP sei der "Kulminationspunkt aus 15 Jahren Forschung, Entwicklung und Kunden-Feedback", sagte Bill Gates bei der Auslieferungszeremonie.
Probleme mit dem Zeitplan
Bis zuletzt kämpfte Microsoft gegen erhebliche Probleme, die endgültige Version von Windows XP bis zur offiziellen Übergabe fertig zu stellen. Noch Anfang der Woche hatte Konzernchef Steve Ballmer eingeräumt, die Einführung von XP sei nur "mit etwas Glück" zu bewerkstelligen.
Das neue Betriebsystem stand wegen seiner umstrittenen Zwangsregistrierung schon lange vor seiner Veröffentlichung in der Kritik. Den so genannten Aktivierungscode muss der Nutzer nach der Installation entweder telefonisch oder via Internet an Microsoft übermitteln. Sonst versagt die Software nach dem 50. Start ihren Dienst.
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