Von Patrick Goltzsch
Steve Jobs, Chef von Apple, kündigte vor kurzem die teilweise Offenlegung von Quellen für das Mac Server-Betriebssystem an. "Open Source" heißt die Devise nun auch für Apple. Die Firma folgt damit Netscape, die Anfang letzten Jahres den Source Code für den Navigator offenlegten. Maßgeblich ist einmal mehr die Hoffnung, die freie Software-Szene werde der Entwicklung auf die Sprünge helfen.

Steve Jobs
Das Manöver ist zwar revolutionär, aber nur im Prinzip. Zur Verfügung gestellt werden unter dem Projektnamen "Darwin" Grundlagen eines Unix-Systems: Dateisystem, Netzwerkfähigkeit, Treiber. Die bekannte Oberfläche des Mac OS fehlt, wie überhaupt eine grafische Schnittstelle zum System. Die gewohnten Apple-Programme würden auf dieser Basis nicht laufen. Statt dessen wird das Angebot ergänzt durch externe Komponenten. Dazu gehören der Apache Webserver, Programme aus dem GNU Projekt und andere Bekannte aus dem Fundus der freien Software.
Hatte Netscape noch versprochen die Verantwortung für Programmteile auch in firmenfremde Hände zu legen, scheint Apple sich die Aufsicht über die Entwicklung sichern zu wollen. Änderungen am Code müssen über ein Web-Formular angekündigt werden, und nach ihrer Begutachtung wird erwogen, ob sie in die Entwicklung einfließen. Wer die Entscheidungen treffen soll, bleibt im Dunkeln.
Steve Jobs hat demnach zwar die Tür einen Spalt weit geöffnet, aber noch nicht einmal die Kette abgenommen. Eric Raymond, Präsident der Open Source Initiative, forderte nun mehr.
Auf dem Markt für Server spielt Apple bislang keine Rolle. Ob sich das mit der angepeilten evolutionären Entwicklung ändern wird, bleibt abzuwarten.
Von Interesse könnte Jobs' Schachzug von einer anderen Warte werden. Für Ende des Jahres ist das Erscheinen des neuen Mac Betriebssystems für den Desktop geplant. Dessen Weiterentwicklung soll mit Darwin abgeglichen werden. Entwicklern anderer freier Betriebssysteme stünde mit Darwin dann eine Referenz zur Verfügung.
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