Alcatel-Handy iP1: Mutiert zu Hause zum IP-Telefon
Hannover - Billig soll es sein, am besten sogar gratis. Bei Freenet weiß man genau, was sich die Leute in Zeiten von Hartz IV wünschen. Freenet trommelt schon seit längerem für preisgünstige Internettelefonate, die bei Gesprächen zwischen Freenet-Kunden sogar umsonst sind. Viel Geld lässt sich damit kaum verdienen, bei Preisen von einem Cent je Minute für deutschlandweite Gespräche ist das allen Beteiligten klar. Aber immerhin lassen sich unter dem Billig-Etikett DSL-Tarife verkaufen, mit denen Freenet in erster Linie seinen Umsatz macht.
Nun bringt Freenet gemeinsam mit E-Plus die Internettelefonie auch auf Mobiltelefone. Mit dem iPhone könnten Kunden zu Hause über das Internet und unterwegs über GSM telefonieren. Das neue Angebot besteht aus einer Homestation mit eingebautem DSL-Modem, WLAN-Router und Bluetooth-Technik sowie einem Handy.
Zu Hause telefoniere der Anwender über das Internet, teilte E-Plus mit, wobei die Verbindung zwischen Handy und Homestation über die kabellose Bluetooth-Technik hergestellt werde. Gespräche zu anderen iPhone-Nutzern und Freenet-Kunden seien dann kostenlos. Unterwegs nutze der Kunde das Mobilfunknetz von E-Plus.
Das dazugehörige Dual-Band-Handy iP1 ist den Angaben zufolge ein Klapphandy mit einem hochauflösenden Display. Es decke die Frequenzbänder GSM 900 und GSM 1800 der D- und E-Netze ab und biete neben polyphonen Klingeltönen 100 Stunden Standby und 300 Minuten Gesprächszeit. Hersteller des Geräts sei Alcatel.
Jeder zweite will über DSL telefonieren
Auch der Freenet-Konkurrent 1&1 setzt ganz auf Voice over IP. Firmenchef Andreas Gauger rechnet in diesem Jahr mit dem Durchbruch für Internet-Telefonie: "2005 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem sich die Grenzen zwischen Internet und Telefonie auflösen", sagte er heute in Hannover. Bei 1&1 nutzen zurzeit 100.000 der etwas mehr als eine Million DSL-Kunden das Angebot, über das Internet zu telefonieren. Im Verlauf des Jahres soll die Zahl auf 250.000 Kunden ansteigen.
"Derzeit bestellen rund die Hälfte der DSL-Neukunden die technischen Geräte für die Internet-Telefonie", sagte Gauger. Ab Anfang April bietet das Unternehmen ein neues Endgerät an, mit dem erstmals auch ISDN-Telefonanlagen Zugang zur Internet-Telefonie erhalten. Zudem soll der technisch wirkende Name "Voice over IP" durch den Begriff DSL-Telefonie ersetzt werden. "DSL-Anbieter setzen den Telefonmarkt unter Druck", sagte Gauger. Das sei vor allem für Call-by-Call, reine VoIP-Anbieter und klassische Telekomanbieter bedrohlich.
O2-Dienst Surf@home startet
Während 1&1 und Freenet sich ganz auf leitungsgebundene DSL-Anschlüsse fokussieren, startet der Mobilfunker O2 jetzt sein lange angekündigtes Surfangebot über UMTS für zu Hause. In das O2-Gerät muss nur eine SIM-Karte eingelegt werden und dann kann über WLAN oder Kabel der PC angeschlossen werden, wie O2 am Mittwoch in Hannover auf der Computermesse Cebit mitteilte. Allerdings ist die Geschwindigkeit bei vergleichbaren Kosten langsamer als DSL.
Das Gerät kostet 99 Euro, die Anschlussgebühr 25 Euro und die monatliche Grundgebühr 10 Euro. Die Surfkosten liegen im billigsten Angebot unter einem Cent pro Minute. Hauptzielgruppe sind zunächst die 3 Millionen Kunden des Konzerns, die nach dem Genion-Modell telefonieren. 20 Prozent davon haben laut O2 schon keinen Festnetzanschluss mehr.
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