Wie oft haben Unternehmen bereits den baldigen Durchbruch des elektronischen Papiers verkündet? Über Pilotprojekte sind die meisten Anbieter nicht hinausgekommen. Ein solches plant nach Informationen des SPIEGEL nun auch die Deutsche Telekom. Unter dem Namen "News4me" bastelt das Unternehmen schon seit längerem an einer elektronischen Zeitung. Im Herbst ist ein Test mit einigen Dutzend Kunden in Berlin geplant.
Die Telekom sieht sich offenbar unter Zugzwang, nach dem das Modell Kindle von Amazon in den USA bereits mit gewissem Erfolg auf dem Markt ist und auch France Telecom eine elektronische Zeitung namens "Read & Go" testet. Telekom-Forschungsleiter Peter Möckel sieht trotz immer leistungsstärkerer Handys für gut ablesbare Displays eine Lücke zwischen Mobiltelefonen und Laptops. Man werde selbst aber keine Geräte bauen und auch keine eigenen Inhalte anbieten, sagte Möckel dem SPIEGEL.
Ein wichtiges Problem muss die Telekom noch lösen: Sie hat bisher noch keinen Kooperationspartner unter den Verlagen gefunden, der "News4me" mit Inhalten bestückt. Man suche noch nach Partnern, erklärte der Telekom-Forschungsleiter und verwies zugleich auf die Möglichkeiten zielgerichtet plazierter Werbung.
France Telecom hatte da offenbar weniger Schwierigkeiten. Gleich sieben Tageszeitungen konnte der Konzern als Kooperationspartner für "Read & Go" gewinnen, darunter "Le Monde", "Le Parisien", "Les Echos" und "L'Equipe". 150 Personen erhielten den Tablet-PC, der Nachrichten einmal pro Stunde automatisch über das UMTS-Netz herunter lädt und anzeigt. Auf seiner Webseite stellt die France-Telecom-Tochter Orange den Reader in einem Video vor.
hda
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