Hinweis: Noch mehr Tipps und Tricks von Scott Kelby finden Sie hier.
Funkelnde Augen
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: ein helles, sauberes und schönes Bild mit wenig Schatten (lediglich einem ganz kleinen unter der Nase) mit hellen, gut ausgeleuchteten und funkelnden Augen.
(1) Ob Sie es glauben oder nicht, dieses Foto kommt mit nur einem Licht aus, das einfach zu installieren ist und wunderschöne Ergebnisse liefert. Positionieren Sie die Softbox direkt vor der Person – etwas oberhalb des Kopfes – und richten Sie sie auf das Gesicht aus (damit es von schräg oben kommt). Wichtig ist, dass Sie die Softbox so nah wie möglich positionieren, natürlich ohne dass sie im Bild zu sehen ist.
(2) Verwenden Sie dann einen silbernen Reflektor, den Sie auf Brusthöhe vor die Person halten, um das Licht der Softbox zu reflektieren und das Gesicht wunderschön auszuleuchten. Positionieren Sie auch den Reflektor so nah wie möglich, ohne dass er im Bild zu sehen ist.
(3) Die Positionen von Lichtquelle und Reflektor erinnern an ein riesiges Maul, das das Gesicht der Person aufzufressen scheint (auch wenn das etwas verrückt klingt).
(4) Zwischen Softbox und Reflektor gibt es eine kleine Lücke – positionieren Sie Ihre Kamera so, dass Sie durch diese Lücke hindurch fotografieren. Dabei entstehen kaum Schatten, wie in der Abbildung oben zu sehen.
Schuh
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: dramatisches Licht, viele Details und große Schärfentiefe.
(1) Bei dieser Aufnahme hängt alles vom Licht ab – denn ansonsten handelt es sich einfach nur um einen Schuh. Jedoch um einen Schuh, der wunderschön ausgeleuchtet ist. Das Tageslicht fällt durch ein Fenster, vor dem eine sehr glatte Gardine hängt, die das Licht weicher macht.
(2) Damit das Licht dorthin fällt, wo Sie es haben wollen, dunkeln Sie unerwünschte Bereiche ab. Der obere Teil des Beins ist dunkler, weil wir dort das Licht mithilfe des Tisches, an dem der Cowboy sitzt, abgedunkelt haben. So konnten wir es besser auf den Schuh lenken. Sie können das einfallende Licht mit den unterschiedlichsten Sachen verdecken (einer Jacke, einem Pullover, einer Kameratasche etc.).
(3) Auch wenn es im Bild einige sehr helle Bereiche gibt (beispielsweise den Fußboden hinter dem Schuh), sind die Lichtbedingungen so, dass Sie unbedingt ein Stativ verwenden sollten.
(4) Das Foto hat einen leichten Gelbstich, weil ich einen sehr warmen Weißabgleich gewählt habe. Dadurch sieht alles etwas wärmer aus, was besonders bei Außenaufnahmen ganz nützlich ist (ich verwende für Außenaufnahmen immer diesen Weißabgleich. Allerdings fotografiere ich auch im Raw-Format, so dass ich den Weißabgleich später in Camera Raw jederzeit ändern kann).
Lichtstrahlen
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: sehr stimmungsvolle Lichtstrahlen; ein geheimnisvolles Foto mit großer Tiefe und Mystik.
(1) Der Trick beim Fotografieren von Lichtstrahlen besteht darin, in der Nähe des Lichts ein paar Handvoll Sand in der Luft zu verteilen – nach wenigen Sekunden werden die Lichtstrahlen klar und deutlich sichtbar (und zwar dann, wenn sich der Sand setzt). Ich ließ mir bei diesem Foto von einem Freund helfen, der den Sand in die Luft warf und sich dann schnell aus dem Bild entfernte.
(2) Um Lichtstrahlen zu sehen, brauchen Sie einen Ort, der auch dunkel genug ist (hier befand ich mich in einem kleinen Keller im National Historical Park in Peco, New Mexico). Unter solch schwachen Lichtbedingungen benötigen Sie ein Stativ, um zu starke Weichzeichnungen zu vermeiden, denn der Verschluss muss für eine passende Belichtung ziemlich lang geöffnet bleiben (hier waren es 1/10 Sekunde).
(3) Um die Leiter (mit der wir in den Keller kamen) im Vordergrund sowie die hintere Kellerwand scharf abzulichten, verwenden Sie die Blende f/8 oder eine höhere Zahl (je höher die Zahl, desto mehr wird scharf abgebildet).
(4) Zuletzt sollten Sie Folgendes beachten: Schützen Sie Ihre Kamera vor dem umherfliegenden Sand mit einer Duschhaube (wie sie beispielsweise in Hotels zu finden sind), so dass nur das Objektiv hervorschaut. So eine Duschhaube wirkt Wunder, um den Schmutz fernzuhalten.
Reflexionen im Fenster
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: großartige Farben und tolle Reflexionen im Fenster; ein klares Motiv und Schärfentiefe, die die Gräser vor dem Fenster erzeugen.
(1) Es gibt zwei Schlüsselfaktoren für diese Art Aufnahmen: der erste ist die Bildkomposition. Hierbei handelt es sich um ein Fenster einer alten Scheune – man könnte auch versuchen, die gesamte Scheune zu fotografieren, aber das wäre sehr gewagt. Durch die Fokussierung auf ein Teilelement entsteht ein sehr klares Motiv und dadurch ein eindrucksvolles Bild.
(2) Der zweite Schlüsselfaktor ist die Kameraposition – versuchen Sie, so viel Reflexionen des Himmels wie möglich einzufangen (ich ging an der Seite des Gebäudes auf und ab, bis ich die richtige Position gefunden hatte).
(3) Das Foto habe ich zu späterer Stunde auf der schattigen Seite der Scheune aufgenommen. Das bedeutet, dass das Licht eher schwach und unbedingt ein Stativ notwendig ist (Verwacklungen vermeiden). Um auch die Gräser im Bild unterzubringen, positionieren Sie die Kamera in einem sehr niedrigen Winkel (ich kniete mich hin und richtete die Kamera auf das Fenster aus).
(4) Ich fotografierte mit einem 17–55-Millimeter-Zoomobjektiv mit der Brennweite 40 Millimeter und der Blende f/11. Die Verschlusszeit betrug 1/40 (hätte die Kamera 1/60 gekonnt, hätte ich auch aus der Hand fotografieren können – mit einem Stativ lassen sich Verwacklungen jedoch noch besser vermeiden).
Motiv auf einem Tisch
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: Das ist eines der Produktfotos für das Buch, bei dem eine große Schärfentiefe und viele Details wichtig waren – die Reflexionen unter dem Objektiv sind echt.
(1) Ich fotografierte das Motiv auf einem Tisch mit weißem, nahtlosem Hintergrundpapier. Für die Reflexion legte ich ein großes Stück Plexiglas auf das Papier – einfach, aber sehr wirksam.
(2) Um ein Objekt wie dieses so auszuleuchten, dass es nicht so flach und langweilig aussieht, benötigen Sie mehr als eine Lichtquelle (hier sind es drei). Ich plazierte einen Studioblitz zusammen mit einer Softbox links neben der Kamera und richtete ihn auf das Objektiv aus. Eine zweite Lichtquelle plazierte ich rechts neben der Kamera, diagonal hinter dem Objektiv. Die dritte Lichtquelle ist eine lange Lichtleiste, die wir normalerweise zum Ausleuchten von Haaren verwenden (wie in Kapitel 2 zu sehen), aber auch eine herkömmliche kleine Softbox ist ausreichend. Warum ich dann die Lichtleiste verwendet habe? Um ehrlich zu sein, weil es praktisch war – die Leiste war von vorherigen Aufnahmen noch installiert. Wir plazierten diese Lichtquelle direkt über dem Objektiv. Ich verwendete außerdem Westcott TD5 Spiderlites, fluoreszierende Glühbirnen, die für Produktaufnahmen ideal sind (ISO 200 bei f/8 und 1/20).
(3) Das Ziel bei der Ausleuchtung solcher Aufnahmen ist, Lichter- und Schattenbereiche zu erzeugen, damit das Objektiv nicht zu flach aussieht.
(4) Ich fotografierte mit einem 70–200-Millimeter-Objektiv bei 200 Millimetern.
Rosa und gelbe Gerbera
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: eine Nahaufnahme mit einem schönen schwarzen Hintergrund, vielen Details und einer großen Schärfentiefe.
(1) Der schwarze Hintergrund (ich verwendete einen Westcott Collapsible-Illuminator, wie in Kapitel 2) befand sich etwa 1 Meter hinter der Blume.
(2) Kaufen Sie sich ein paar schöne Blumen, wenn Sie diese fotografieren wollen (ich kaufte mir ein paar rosa und gelbe Gerbera – wenn der Verkäufer weiß, dass Sie die Blumen fotografieren wollen, wird er ein paar besonders schöne Exemplare auswählen).
(3) Diese Aufnahme erstellte ich mit einem Makroobjektiv. Für diese Schärfentiefe befolgen Sie drei Regeln: Wählen Sie die größtmögliche Blende (in diesem Fall f/22), verwenden Sie ein Stativ und richten Sie das Objektiv gerade auf das Motiv aus (nicht von oben oder unten, sondern perfekt horizontal).
(4) Das Licht ist einfach wunderschön – ein später Sommernachmittag. Ich verwendete weder Reflektoren noch einen Blitz – nur natürliches Licht.
(5) Das Interessante an dieser Aufnahme ist, dass Sie die Blume aus einem eher seltenen Blickwinkel sehen – der Unterseite. Dafür plazierte ich die Vase auf einen hohen Tisch, um die Kamera unter die Blüte zu bekommen.
Morgendämmerung
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: goldenes, wunderschönes Licht, nette Reflexionen in den Fenstern und ein ausladendes Motiv.
(1) Der Trick bei dieser Aufnahme ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, denn so ein Foto gelingt nur in der Morgendämmerung.
(2) Für diesen Blickwinkel benötigen Sie ein Weitwinkelobjektiv (hier war es ein 17–55-Millimeter-Zoomobjektiv mit der Einstellung 22 mm). Um das gesamte Bild einigermaßen scharf abzulichten, fotografieren Sie mit Blende f/8 oder einem höheren Wert (f/11, f/16, etc.).
(3) Da Sie direkt nach der Morgendämmerung fotografieren, ist das Licht noch recht schwach und der Verschluss bleibt länger geöffnet (hier 1/8 Sekunde), weshalb Sie unbedingt ein Stativ brauchen, um scharf zu bleiben. Nutzen Sie auch eine Fernbedienung oder den Selbstauslöser der Kamera. Damit vermeiden Sie Verwacklungen.
(4) Für die Reflexionen in den Fenstern laufen Sie etwas umher, bis Sie den Winkel finden, bei dem die Reflexionen am besten zur Geltung kommen.
(5) Da Sie ein Stativ verwenden, wählen Sie ISO 100 für maximale Qualität und Klarheit.
(6) Da dieses Motiv viele weiße Flächen enthält (die Außenwände), sollte die Beschneidungswarnung der Kamera aktiviert sein. Blinken große Bereiche in der Bildanzeige rot auf, nutzen Sie die Belichtungskompensation der Kamera, um die Belichtung um1/3 oder mehr zu verringern.
Ausdrucksstarkes Porträt
Charakteristiken für diese Art Aufnahmen: ein sehr ausdrucksstarkes Porträt – aufgrund der dunklen Schatten auf der rechten Gesichtshälfte ideal für Männerporträts.
(1) Schlüssel bei dieser Aufnahme ist die Position der Softbox. Die Kamera habe ich gerade ausgerichtet, direkt auf die Person, die jedoch nach links blickt. Die Softbox befindet sich nicht direkt in Blickrichtung der Person, sondern schräg hinter ihr, damit die von der Kamera abgewandte Gesichtshälfte direkt beleuchtet wird.
(2) Da Sie sich auf der anderen Seite der Lichtquelle befinden, habe ich die Kamera auf die Schattenseite des Gesichts ausgerichtet, wie hier zu sehen.
(3) Verwenden Sie keinen Reflektor, um die Tiefen der rechten Gesichtshälfte aufzuhellen – diese sollen dunkel bleiben. Das war's – plazieren Sie einfach nur die Softbox korrekt.
Hinweis: Noch mehr Tipps und Tricks von Scott Kelby finden Sie hier.
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