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Amputation statt Operation: Telekom schränkt ihre Services ein

Wie schön, dass Kunden die Services ihrer Telefonanschlüsse auch online verwalten können. Wie schlecht, dass das bei der Telekom auch Hacker konnten: Weil T-Com-Kunden teils um erhebliche Summen betrogen wurden, klemmte die Telekom einen Teil ihrer Dienste ab.

Manchmal ist weniger mehr - zumal, wenn man die Sicherheit der eigenen Dienste nicht mehr garantieren kann: Die Telekom hat seit Monaten Probleme mit der Datensicherheit. Eines dieser Probleme ist die mangelnde Absicherung ihres Kundenportals, über das diese die Funktionen ihrer Telefonanschlüsse konfigurieren können.

Telefonrechnung: Wenn zwischen Nutzung und Rechnung kein Zusammenhang festzustellen ist, könnte jemand nachgeholfen haben
AP

Telefonrechnung: Wenn zwischen Nutzung und Rechnung kein Zusammenhang festzustellen ist, könnte jemand nachgeholfen haben

Das können nach Erkenntnissen des SPIEGEL allerdings schon seit Monaten auch Hacker, die Telekom-Kunden um ihr Geld bringen, indem sie deren Anrufe über teure Rufumleitungen im Ausland routen.

Der Telekom ist das Problem offenbar bekannt. Sie hat bereits darauf reagiert - mit einer Abschaltung von Funktionen. So können Millionen T-Com-Kunden bereits seit Wochen keine Rufumleitungen mehr für ihre Telefonnummern über das Kundenportal im Internet einrichten: Der rosa Riese hat die entsprechenden Services deaktiviert, um weitere Betrügereien durch Hacker zu verhindern.

Abschalten, was man nicht repariert bekommt

In mehreren dem SPIEGEL vorliegenden Fällen wurden ahnungslose Telekom-Kunden innerhalb weniger Tage mit Auslandsgebühren von bis zu tausend Euro belastet. Bislang, so die Telekom, sind "einige hundert Kunden" von den Hacker-Angriffen betroffen. "Leider" gebe es "immer wieder Versuche", in "unsere Systeme einzudringen, diese zu manipulieren oder sonstigen Schaden anzurichten", heißt es in Briefen an betroffene Kunden.

Um "weiteren Missbrauch zu vermeiden", wurde die Einrichtung von Rufumleitungen im Internet-Kundenportal vorläufig gesperrt. Fälschlich erhobene Gebühren sollen erstattet werden.

Ob der Vorgang im Zusammenhang mit den gestohlenen 17 Millionen Kundendaten von T-Mobile, gestohlenen Callcenter-Daten oder schlecht gesicherten Vertriebsportalen steht, ist offen. Sicher ist, dass die neuerliche Panne bisher nicht auf der speziellen Telekom-Website für Datensicherheit auftauchte.

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