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Batterieprobleme bei Apples iPod: Mehr Energie, Steve!

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Dem zurzeit erfolgsverwöhnten Computerhersteller Apple droht mitten im Weihnachtsgeschäft ein Image-Desaster. Der Akku des MP3-Players iPod gibt in einigen Modellen nach 18 Monaten den Geist auf - Kulanz bei notwendigen Reparaturen können Kunden nicht erwarten.

Apple-Chef Steve Jobs: Kein Service wie bei BMW
AP

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Apples MP3-Player iPod dürfte einen Monat vor Weihnachten auf vielen Geschenklisten weit oben stehen. Das Unternehmen hat den Digital-Walkman inzwischen weltweit mehr als eine Million Mal verkauft. Der iPod ist Marktführer, obwohl es inzwischen billigere Alternativen gibt. Die meisten Kunden akzeptieren den stattlichen Preis - schließlich ist der iPod ein Premium-Produkt.

Wer darum auch Premium-Service erwartet, könnte allerdings enttäuscht werden.

Die technische Schwachstelle des iPods ist der eingebaute Akku. Seit längerem klagen einige Nutzer, dass die Leistung der Batterie mit der Zeit nachlasse. Nach etwa 18 Monaten sei endgültig Schluss, berichten einige USer: Der Akku schwächele dann bereits nach knapp einer Stunde. Das Problem ist von anderen Gadgets bekannt - Akkus werden mit der Zeit eben nicht besser.

Bei Apple scheint sich allerdings lange Zeit niemand ernsthafte Gedanken über das Problem gemacht zu haben. Selbst iPods der inzwischen dritten Generation haben, wie es bei Apple heißt, ein "geschlossenes Design". Will sagen: Ein Batterietausch ist nicht vorgesehen - wer den selbst versuchen will, muss seinen iPod zunächst mit dem Stemmeisen aufbiegen, denn Klappen oder Schrauben hat das Gerät nicht. Besonders ärgerlich: Da das Problem in der Regel erst nach einem Jahr auftritt, greift die Herstellergarantie nicht mehr.

Kleine Pöbel-Webseite mit großen Erfolg

Auch Apples Serviceabteilung hat das Problem längere Zeit stiefmütterlich behandelt - mit dem Resultat, dass es im Web zu köcheln beginnt. Auf Blogdex.com, einem Seismographen für aktuelle Diskussionen im Netz, findet sich seit Tagen eine Seite namens www.iPodsDirtySecret.com in den Top Ten. Der Auftritt wird von den Neistat Brothers betrieben, zwei US-Videokünstlern, die derzeit in New York mit der Sprühschablone unterwegs sind und Apples Werbeplakate mit dem Zusatz "iPods nicht austauschbare Batterien halten nur 18 Monate" versehen. Auf ihrer Seite findet sich ein Filmchen, das ein Telefongespräch mit Apples Support dokumentiert - ein Auszug:

Käufer: Ich habe einen iPod, den ich vor 18 Monaten gekauft habe, und die Batterie ist hin. Ich frage mich, was ich tun sollte.

Apple Support: Im Prinzip bedeutet das, dass es 255 Dollar plus Portogebühren kostet, ihn zu uns zu schicken, um ihn instandzusetzen, um das zu korrigieren. Aber wissen Sie, für diesen Preise können Sie sich auch gleich einen neuen kaufen.

Käufer: Das heißt Apple bietet keine ...

Apple Support: Nein.

Käufer: Apple bietet keine neuen Batterien für den iPod an?

Apple Support: Nein. Es handelt sich um eine interne Batterie.

Wie viele iPods von dem Problem betroffen sind, ist nicht bekannt. Das Unternehmen sagte auf Anfrage, dass nur eine geringe Zahl von Beschwerden wegen defekter Akkus einginge. Genaue Informationen sind Mangelware: Apple hat bisher keine Pressemitteilung zu dem Thema herausgegeben. Auf der Webseite des Unternehmens findet sich kein Hinweis auf ein generelles Akkuproblem, geschweige denn gibt es Informationen darüber, welche Modelle oder Baureihen betroffen sind. Es ist diese bei Apple häufig anzutreffende Geheimniskrämerei, die den Neistats einen fruchtbaren Boden für ihren Kreuzzug bereitet und das Problem möglicherweise größer erscheinen lässt, als es tatsächlich ist.

In Amerika hat Apple reagiert

Fairerweise muss man sagen, dass der Neistat-Film nicht mehr dem Stand der Dinge entspricht. Inzwischen hat Apple nachgebessert. Laut US-Supportseite kann man den Akku für 105,95 Dollar ausstauschen lassen. Alternativ können Besitzer eines funktionsfähigen iPods für 59 Dollar einen Serviceplan abschließen, durch den sich die Garantiedauer auf zwei Jahre verlängert - Informationen darüber, für welche Modelle die ausgedehnte Garantie besonders anzuraten wäre, macht Apple nicht. Für Kunden außerhalb der USA gibt es derzeit keine Akku-Lösung des Herstellers. Unternehmenskreisen zufolge wird Apple jedoch in naher Zukunft in Europa etwas Vergleichbares anbieten.

Kulanz ist etwas anderes - andere große Markenhersteller würden eine groß angelegte Austauschaktion starten. Apple-Chef Steve Jobs vergleicht sein Unternehmen in jüngster Zeit gerne mit dem Autohersteller BMW - der habe auch einen kleinen Marktanteil, sei aber hochprofitabel und besitze eine starke Marke. Vielleicht sollte sich Apple auch beim Service ein Beispiel an BMW nehmen: Als Anfang des Jahres beim Geländewagen X5 ein Problem mit dem Bremsschlauch bekannt wurde, ließ BMW 164.000 bereits ausgelieferte Autos reparieren - kostenlos.

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