Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Besser Tippen: Kino auf der Tastatur

Von Christian Zdrilic

Q,W,E,R,T,Z - seit 1874 hat sich die Anordnung auf Schreibmaschinen-Tastaturen nicht geändert. Jetzt macht sich eine russische Designfirma daran, das alte Eingabegerät um eine Dimension zu erweitern - mit programmierbaren Display-Tasten, die jedes Alphabet darstellen können.

Tastatur-Idee aus Moskau: Es leuchtet bunt unter den Fingern

Tastatur-Idee aus Moskau: Es leuchtet bunt unter den Fingern

Jede Taste des "Optimus-Keyboards" wird aus einem kleinen Display bestehen. Die simple Idee des Moskauer Designstudios Art.Lebedev beschert der Website artlebedev.com zurzeit mehr als 200.000 Besucher pro Tag. Nach Meinung des Erfinders Artemy Lebedev werde die Tastatur den Umgang mit Computern erleichtern. Ob man nun eine Mail auf Arabisch, Kyrillisch oder in einer westeuropäischen Sprache schreiben möchte, wird nur noch eine Frage der Tastatureinstellung sein.

Die einzelnen Tasten bestehen aus einer farbigen LED-Variante mit 32 mal 32 Pixeln, die jedes Alphabet darstellen können. "Man wird tatsächlich sehen wie sich die Tasten verändern", sagt der Chefdesigner des Studios. Auch Animationen, Icons, Noten oder einfach Bilder werden darstellbar sein. Bei Anwendungen werden die Tastaturkürzel angezeigt, bei Spielen die wichtigsten Steuerungstasten oder auch Effekte wie Regen und Sonne. Auch eine Art Bildschirmschoner für die Tastatur ist geplant. "Wir nennen ihn Tastaturschoner", so Lebedev.

Fotostrecke

4  Bilder
Keyboard: Wenn die Tasten laufen lernen

Die Idee kam ihm bereits vor 15 Jahren als er noch die Schulbank drückte: "Meine Inspiration war schon immer schlechtes und unpraktisches Design, die heutigen Tastaturen haben einfach Schwächen." Die Tastatur werde dem Benutzer durch blinkende Tasten sogar zeigen können, wo er drücken muss. Nach Wunsch von Lebedev werde jeder mit der zusätzlich gelieferten Software die Tasten nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen anpassen können. "Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die eines Monitors", sagt der Designer und hofft, dass Software-Entwickler das Keyboard in ihre Spiele und Anwendungen einbinden.

Zurzeit wartet Lebedev nach vier Jahren Entwicklung noch auf das Ende der Patentierung seiner Idee. Die Tastatur wird einige zusätzliche Tasten haben, um beispielsweise das kyrillsche Alphabet mit seinen 33 Buchstaben darstellen zu können. Sie werde etwas schwerer als eine gewöhnliche Tastatur und mit Aluminium verkleidet sein. Damit die LE-Displays sich nicht abnutzen, werden sie mit langlebigem Polycarbonat überzogen. "Ich hoffe, dass sich die Tasten so anfühlen werden wie das Apple Extended Keyboard II", sagt der bekennende Mac-Fan Lebedev.

Die Russen erwarten, dass die Tastatur 2006 auf den Markt kommt. Sie soll unter dem Namen Art.Lebedev herausgebracht und in China oder Taiwan produziert werden. Für den Endverbraucher erwartet Lebedev einen Preis von mindestens 200 bis 300 Euro.

In den kommenden Wochen soll aber schon eine offenbar abgespeckte Variante vorgestellt werden "Das Optimus Mini kommt demnächst. Da ist aber mehr, als ich verraten will", sagt Lebedev.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: