Bildbearbeitung: Was das nächste Photoshop kann

Beschleunigung durch Grafikkarten, 64 Bit auch am Mac und vielleicht sogar ein Variante fürs iPhone: Für die nächste Photoshop-Version haben sich die Entwickler viel vorgenommen. Ob sie allerdings alle Ziele umsetzen können, wird man erst in einiger Zeit sehen.

Frankfurt/Main - Ein Jahr nach der jüngsten Version der Bildbearbeitungssoftware Photoshop feilen die Entwickler von Adobe bereits an der nächsten Ausgabe. "Einige der Werkzeuge auf dem Grund des Eimers werden etwas alt und rostig", sagte Photoshop-Chefentwickler Russell Williams im Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Sie müssten durch modernere und wirkungsvollere Versionen ausgetauscht werden.

Die Weiterentwicklung der Software orientiere sich an den Säulen, die bereits für die Einführung der aktuellen Version Photoshop CS4 wesentlich gewesen seien, erklärte Produktmanager Bryan O'Neil Hughes. Dies seien Leistung, einfache Bedienung, neue "magische" Funktionen und die Integration mit anderen Adobe-Anwendungen. "Wir arbeiten an zahlreichen Dingen aus dem Labor", fügte O'Neil Hughes hinzu.

Konkrete Einzelheiten werden bislang nicht genannt. So antwortete der Adobe-Manager auch nicht auf die Frage nach dem Entwicklungsstand einer als "Deep Focus" bezeichneten Technik, die als Prototyp im vergangenen Jahr vorgestellt wurde. Dabei soll der Photoshop-Anwender mit einem "Fokus-Pinsel" über ein Bild fahren, um ein zunächst nur unscharf zu erkennendes Motiv in der Tiefe des Raums scharf zu zeichnen. Auf gleiche Weise kann ein Motiv, das auf dem Strahl der Tiefenschärfe im Fokus-Zentrum liegt, in den Bereich der Unschärfe verlegt werden.

Um die Ergebnisse der Pixel-Gestaltung möglichst schnell auf dem Bildschirm sichtbar zu machen, wird ein Teil der Berechnung vom Prozessor auf den Chip der Grafikkarte übertragen. In der jetzt aktuellen Version wird dies schon für stufenloses Zoomen eines Bildes und für das Drehen der Arbeitsfläche genutzt. Dem Anwender solle ein "Live-Feedback" seiner Aktionen vermittelt werden, sagte Williams. "Die GPU gibt uns die Leistung, dies zu tun."

Photoshop auf dem iPhone?

Zusammen mit der nächsten Photoshop-Version soll es auch eine 64-Bit-Version für den Mac geben - bislang kommen nur Windows-Nutzer in den Genuss der erweiterten Möglichkeiten, um den tatsächlich verfügbaren Arbeitsspeicher anzusprechen. "Die Anwender, die wirklich sehr große Bilder bearbeiten, die Leute, die riesige Panoramen zusammenfügen oder große Werbefotos erstellen mit 200 Ebenen, werden auf dem Mac Pro mit sechs, acht oder zehn Gigabyte Arbeitsspeicher eine gewaltige Leistungsverbesserung erleben", versprach Williams und sprach dabei von einer Verzehnfachung und mehr. Auch wenn dies für Adobe ein großes Projekt sei, betreffe das 64-Bit-Thema aber letztlich nur eine kleine Gruppe von Anwendern.

Für Hobby-Fotografen entwickelt Adobe weiterhin die auf Grundfunktionen beschränkte Ausgabe Photoshop Elements, und online lassen sich Bilder bei photoshop.com bearbeiten. Wie sieht es mit der direkten Bildbearbeitung auf mobilen Geräten wie dem iPhone aus? "Nun, ich kann mir ein Photoshop-App auf dem iPhone vorstellen", sagte Williams. "Aber ich bin nicht sicher, ob ich das auch benutzen will." Sowohl das kleine Display als auch die Bedienung mit dem Finger stünden einer professionellen Bildbearbeitung entgegen. Aber vielleicht gebe es ja einmal eine iPhone-Version der Photoshop Elements.

Keine Angaben machten die beiden zur Frage, wann der nächste Photoshop fertig ist. Produktmanager O'Neil Hughes sagte aber, bisher habe es meist nach 18 bis 24 Monaten eine neue Version gegeben. Dies würde bedeuten, dass der nächste Photoshop bis Ende nächsten Jahres erwartet werden könnte.

Peter Zschunke/AP

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