Bildschirmexplosion Tödlicher Unfall vor dem Computer

Handys schmelzen, Notebooks explodieren und jetzt soll auch noch ein PC in die Luft gegangen sein: In Indien ist ein Programmierer tot vor seinem zerstörten Desktop-Rechner aufgefunden worden. Die Behörden rätseln über die Unglücksursache.


Kann ein Computer töten? Einem Bericht der " Times of India" zufolge ist genau das vor wenigen Tagen geschehen. In der indischen Küstenstadt Chennai ist ein 28-jähriger Programmierer demnach vermutlich bei der Explosion seines Computers zu Tode gekommen. Noch aber gibt es keine Beweise für diese Annahme. Die bisherigen Schilderungen der Ereignisse deuten allerdings darauf hin, dass der Mann tatsächlich von einer Explosion getötet wurde, während er Zuhause an seinem Computer arbeitete. Der Computer selbst dürfte daran aber kaum eine Schuld tragen.

Computerbildschirm: In Indien ist ein Mann bei der Arbeit mit einem solchen Gerät umgekommen

Computerbildschirm: In Indien ist ein Mann bei der Arbeit mit einem solchen Gerät umgekommen

Schilderungen über Verletzungen oder gar Todesfälle im Zusammenhang mit Hightech-Produkten gibt es immer wieder. Schon mehrmals gab es Berichte über Menschen, die durch die Explosion ihres Handys getötet worden seien sollen. In der Regel entpuppten sich diese Schilderungen als Falschmeldungen. In einem Fall hatte beispielsweise ein Arbeiter versucht, einen von ihm verschuldeten tödlichen Unfall zu verschleiern, indem er die Schuld am Tod seines Kollegen auf dessen Mobiltelefon abwälzte.

2005 bis 2007 häuften sich Meldungen von überhitzten Notebook-Akkus, die schmolzen oder explodierten und dabei teilweise ordentliche Feuerwerke verursachten. Tödlich verletzt wurde dabei aber niemand - und einen Akku hat ein Desktop-PC auch nicht.

Können Computer explodieren?

Was könnte also passiert sein, in der Programmierer-WG am indischen Ozean? Einer der beiden Mitbewohner des 28-Jährigen erklärte der Polizei, er habe sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Bad der gemeinsamen Wohnung aufgehalten. Als er einen lauten Knall hörte, sei er sofort ins Wohnzimmer gelaufen, wo er den verkohlten Körper seines Mitbewohners vor dem PC zusammengesunken vorfand und selbst aufgrund des Schocks ohnmächtig wurde.

Als wenig später die Polizei am Ort des Geschehens eintraf, konnten die Beamten nur noch den Tod des Verunglückten feststellen. Man habe einen leblosen verkohlten Körper vor den Überresten eines vollständig zerstörten Computers gefunden, sagte ein Polizeisprecher. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, sei den Ermittlern ein Rätsel, man gehe aber davon aus, dass es sich um einen Unfall handelt.

Trotzdem ist es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass tatsächlich der Computer explodiert ist. Wahrscheinlicher ist, dass die Polizisten hier sprachlich etwas ungenau waren und den Bildschirm des Rechners als Computer bezeichnet haben. Explosionen oder Implosionen von Bildschirmen sind zumindest bei Röhrenmonitoren durchaus schon öfter vorgekommen. Abgesehen von vereinzelten Schwelbränden hat es dabei aber keine größeren Sachbeschädigungen gegeben, schon gar nicht Berichte über vollkommen zerstörte Rechner oder gar verletzte Anwender.

Es bleibt also abzuwarten, ob die Polizei bei der Untersuchung des Unfallortes Hinweise darauf findet, was wirklich passiert ist und ob Computer oder Bildschirm tatsächlich explodiert sind - oder ob sich das Ereignis wieder einmal nur als Hightech-Legende entpuppt.

mak



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