Cebit Polizei jagt iPhone-Plagiatoren

Nur einen Tag lang konnten sie ihre Produkte vorführen, dann war für mehrere Aussteller Schluss: Polizeibeamte durchsuchten mehrere Messestände, sicherten Beweise, befragten Standpersonal. Der Grund für die Aktion: Die ausgestellten Produkte waren Apples iPhone zu ähnlich.


Für einige asiatische Aussteller nahm die Cebit heute ein jähes Ende. Wie das Internet-Portal "heise online" berichtet, haben Zivilbeamte der Kriminalpolizei mehrere Stände wegen des Verdachts auf Produktpiraterie geschlossen. Zudem seien etliche Exponate und Prospekte als Beweismittel gesichert worden. Zumindest in einem Fall sei es dabei um ein Gerät gegangen, das Apples iPhone verblüffend ähnlich sieht.

Gehacktes iPhone in China: Auf der Cebit waren auch Plagiate zu sehen - bis heute
AFP

Gehacktes iPhone in China: Auf der Cebit waren auch Plagiate zu sehen - bis heute

Ähnliche Aktionen hat es schon in der Vergangenheit gegeben. So wurden vor zwei Jahren auf der Cebit MP3-Player beschlagnahmt, die ihrem Vorbild, dem iPod, naturgetreu nachempfunden waren. Im vergangenen Jahr dann veranlasste die Firma Sisvel bei mindestens zehn Ausstellern die Beschlagnahme von MP3-Playern, Handys und Navigationsgeräten. Der Vorwurf damals: Die Hersteller der Geräte hatten MP3-Funktionen eingebaut, ohne dafür an Sisvel Lizenzabgaben zu leisten. Das Unternehmen verwaltet unter anderem für France Telecom Patente der MPEG-Technologie.

Nun aber hat es die chinesische Meizu Technology Ltd. und ihren iPhone-Clone, das MiniOne, erwischt. Ein gerät das "heise online" mit technisch durchausrespektablen Werten versehen beschreibt: Quadband-Mobilfunk, W-Lan-Funktion, Bluetooth, ein 3,4-Zoll Touchscreen und eine Drei-Megapixel-Kamera soll das Gerät geboten haben.

Über die Hintergründe der Polizeiaktion vom Mittwoch schweigen Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover derzeit noch, wollen sich erst morgen offiziell zu den Vorgängen auf dem Messegelände äußern. Da offenbar vornehmlich Hersteller von iPhone-Nachbauten durchsucht wurden, liegt die Vermutung nahe, das Apple hinter der Aktion steckt. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE ließ ein Unternehmenssprecher aber nur Apples-Standardantwort verlauten: "Kein Kommentar".

mak



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