Cebit-Rundgang: Ex-Roboter zwischen lauter Maschinen

Der Arnie-Coup geht auf, zumindest am ersten Cebit-Tag: Zahlreiche Fans des Ex-Actionstars Schwarzenegger kamen, um ihm beim Messerundgang zuzusehen. Der Gouvernator verlieh der kriselnden Messe Glanz. Die fällt dieses Jahr klein aus, aber durchaus fein: Neuigkeiten gibt es genug.

Der Star der Cebit 2009 ist kein Handy und kein Computer, es ist ein Schauspieler, der vor 25 Jahren einen Roboter gespielt hatte: Arnold Schwarzenegger. Der kalifornische Gouverneur besichtigte am Dienstagmorgen mit Angela Merkel zwei Stunden die größte Computermesse der Welt. "Mein Gott, er ist es wirklich, das Idol meiner Jugend", sagte Messebesucher Michael Brettmann und reckte sein Fotohandy in die Höhe.

Im engen grauen Anzug und grünem Schlips stürmte Schwarzenegger voran. Gleich am ersten Stopp der zweistündigen Tour über die Messe hatte er die Lacher auf seiner Seite: "Ich fühle mich, als wäre ich beim Cannes-Filmfestival", sagte er mit Blick auf die vielen Fans und Fotografen, die sich am IBM-Stand aufgebaut hatten. Als die Physikerin Merkel danach über den Messetrend Cloud-Computing sprach, zogen die "Arnie"-Fans wieder ab.

Mitten in der Gruppe von kalifornischen Unternehmern und Beratern tauchte noch ein bekanntes Schauspielergesicht auf: Bodybuilder Ralf Möller ("Gladiator"). Was er hier mache? "Ich bin ein Freund vom Arnold. Er hat mich gefragt, ob ich mitkommen will. Außerdem war ich noch nie in Hannover."

Im Bus unterwegs

Während Möller noch Autogramme verteilte, waren Schwarzenegger und Merkel schon wieder auf und davon: Microsoft, SAP, IDS Scheer, Vodafone, und, und, und. Bei strahlender Sonne eilten sie von Halle zu Halle, für längere Wege sprangen sie in einen reservierten Linienbus.

An den Ständen wurden Kanzlerin und Gouverneur gerne als Werbeträger eingesetzt: Bei Microsoft mussten sie einen Lego-Hubschrauber präsentieren, bei Vodafone ein Handy hochhalten, bei SAP ein Einsatzprogramm für die Feuerwehr bestaunen. Merkel als Cebit-Profi verabschiedete sich von den Firmen nach wenigen Minuten routiniert mit dem Gruß "Noch viel Spaß dabei".

Nach zwei Stunden war die Powerrunde am gigantischen Stand der Telekom zu Ende: "Ich habe hier mehr Technologie gesehen als in meinem ganzen Leben", sagte Schwarzenegger und schwärmte von den Chancen der Computertechnik für den Schutz der Umwelt. Nach einer kurzen Rede über Gefahren des Protektionismus, über die Führungskraft von Merkel und über die Ehre, die Messe eröffnen zu dürfen, verabschiedete er sich mit einem "Arnie"-Klassiker: "I'll be back." Kanzlerin Merkel freute sich: "Der Governeur sollte jedes Jahr kommen", sagte sie.

Claus-Peter Tiemann, AP

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Cebit, erster Tag: Roboter trifft Roboter außer Dienst


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