Computerpannen Kaum Probleme durch den Millennium-Bug

Vereinzelte Fehlfunktionen von Computersystemen blieben in der Silvesternacht anscheinend ohne schwerwiegende Folgen. In Japan und in Spanien kam es zu kleineren Problemen in Atomkraftwerken. Den Betreibern zufolge war die Sicherheit der Kraftwerke jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet.


Im japanischen Atomkraftwerk Shika, 280 Kilometer nordwestlich von Tokio, versagte wegen des Jahr-2000-Problems ein Alarmsystem. Der Computer zur Verarbeitung der gemessenen Strahlenwerte sei zehn Minuten nach Mitternacht ausgefallen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft. Es sei nicht erforderlich gewesen, die Anlage herunterzufahren. Ansonsten kam es in Japan zu Unterbrechungen im Telefonnetz. Ministerpräsident Keizo Obuchi führte dies aber auf die vielen Neujahrsanrufe zurück.

Ukrainische Krisenzentrale in der Neujahrsnacht
AP

Ukrainische Krisenzentrale in der Neujahrsnacht

Zwei Störungen wurden aus spanischen Atomkraftwerken gemeldet: Im zentralspanischen Zorita verweigerte eine computergesteuerte Eingangskontrolle zwei Beschäftigten den Zutritt zu einem Hochsicherheitsbereich. Und im nordspanischen Kraftwerk Garona musste die Stromverteilung manuell geregelt werden, weil es bei der automatischen Datenübertragung zu einer Panne kam. Die 29 russischen Atomkraftwerke meldeten keine Schwierigkeiten.

Eher peinlich als gefährlich war das Problem, das die offizielle Zeitangabe der Vereinigten Staaten beim Wechsel ins Jahr 2000 hatte: Die Uhr auf der Website des US Naval Observatory zeigte in den ersten Stunden des Neujahrstags das Jahr 19100 an. Das astronomische Observatorium in Washington ist die Behörde, die für die Regierung die Position der Erde, des Mondes, der Planeten und Sterne bestimmt, um daraus die exakte Zeit zu berechnen. Für die falsche Angabe war ein Fehler bei der Programmierung verantwortlich. Ähnliches geschah in Frankreich, wo ein Wettercomputer kurzzeitig die Jahreszahl 19100 anzeigte.

Außerdem ist es in Frankreich nach offiziellen Angaben bei Rechnern des Bankensystems zu Problemen gekommen. Das französische Finanzministerium teilte mit, mehrere Computersysteme hätten nach dem Jahreswechsel ein falsches Datum angezeigt, ansonsten aber normal funktioniert. Die Rechner seien angehalten worden, erklärte das Ministerium. Weitere Details wurden nicht bekannt. Insgesamt habe Frankreich den Jahreswechsel jedoch ohne größere Computerprobleme verlebt.



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