Darpa-Challenge Roboter im Straßenverkehr

Das jährliche Roboterrennen der US-Militärforschungsbehörde Darpa wird dieses Jahr noch schwieriger: Die Robo-Autos sollen jetzt durch eine Stadt fahren - samt Verkehrskreiseln und befahrenen Kreuzungen.


Diesmal geht es in den Stadtverkehr. Bei den ersten "Grand Challenges" der US-Behörde Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) fiel es den meisten der kybernetischen Teilnehmer schon schwer, überhaupt anzukommen - beim ersten Rennen erreichte kein einziger Teilnehmer das Ziel - obwohl es nur durch eine ziemlich hindernisfreie Wüstenlandschaft ging. Inzwischen sind die Ansprüche gewachsen. Die Roboter-Autos sollen diesmal durch eine Stadt fahren - samt Verkehr.

Die Bewohner größerer Ansiedlungen in den USA müssen sich aber keine Sorgen machen - die Robo-Renner sollen nicht nach New York oder Los Angeles geschickt werden, sondern durch eine Attrappenstadt fahren. "Sicheres Verhalten im Straßenverkehr ist essentiell für die Pläne des US-Militärs, autonome Fahrzeuge auf wichtige Missionen zu schicken", heißt es in der Ausschreibung der Darpa. Bei der Mission soll es um simulierte Nachschubversorgung gehen.

Fast hundert Kilometer (60 Meilen) weit sollen die Roboterfahrzeuge durch die Modellstadt navigieren, und dafür dürfen sie maximal sechs Stunden brauchen. Der Gewinner bekommt zwei Millionen US-Dollar, für Platz zwei und drei gibt es immerhin noch 500.000 und 250.000 Dollar.

Für dieses Preisgeld müssen die siegreichen Roboter allerdings Aufgaben bewältigen, an denen auch so mancher menschliche Fahranfänger noch scheitert: "Die Fahrzeuge müssen sich autonom an Verkehrsregeln halten, sich in fließenden Verkehr einordnen, durch Verkehrskreisel navigieren, vielbefahrene Kreuzungen überqueren und Hindernissen ausweichen."

Teilnehmer können sich bei der Darpa um Förderung bewerben - damit aber der US-Regierung Zugriff auf die von ihnen entwickelten Technologien einräumen. Alternativ gibt es eine Zugangsmöglichkeit analog der in den vergangenen Jahren: Bewerber müssen an einer Reihe von Qualifikationsrunden teilnehmen. Auch dort gibt es dann bereits Geldpreise zu gewinnen.

Den letzten "Grand Challenge" der Darpa gewann "Stanley", ein Robo-Auto auf Basis eines VW-Geländewagens. Die steuernde Intelligenz allerdings stammte von der Stanford University - und Stanley brauchte für die gut 200 Kilometer lange Wüstenstrecke fast sieben Stunden.

cis



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