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Dorf fehlt auf Google Earth: Area 51 in Niedersachsen?

Die Gemeinde Ganderkesee bei Bremen wird bei Google Earth nur als weiß-graue Fläche gezeigt. In Internetforen wird bereits wild über die Gründe dafür spekuliert: Gibt es im Ort schlicht nichts zu sehen? Oder steckt das Militär dahinter?

Ganderkesee/Hamburg - Bislang galt Google Earth als geniale Software, mit der man jeden Winkel der Welt per Mausklick inspizieren konnte. Ein virtueller Flug über das ländliche Niedersachsen zerstört jedoch diese Illusion. Die Gemeinde Ganderkesee, unweit von Bremen gelegen, ist derzeit auf den Google-Bildern ausgespart. Will man der Gegend per Google Earth oder Google Maps einen Besuch abstatten, erscheint nur ein weiß-grauer Kasten. Wurde die Gemeinde etwa zubetoniert?

Weißer Fleck: Von Ganderkesee ist auf Google Earth nur wenig zu sehen

Weißer Fleck: Von Ganderkesee ist auf Google Earth nur wenig zu sehen

In Internetforen kursieren mysteriöse Gerüchte, was der Grund für die Verbergung der Gemeinde sein könnte. Einer behauptet, dass bei Ganderkesee genmanipulierter Mais angebaut werde, der nicht entdeckt werden dürfe. Ein anderer fragt, ob es sich nicht gar um ein geheimes militärisches Sperrgebiet nach dem Vorbild der amerikanischen Area 51 im südlichen Nevada handele. Einleuchtender, insbesondere für Stadtmenschen, mag dagegen diese Erklärung sein: "Vielleicht liegt es einfach daran, dass es in Ganderkesee nichts zu sehen gibt", spottet ein Dritter.

Dem widerspricht der Bürgermeister von Ganderkesee, Gerold Sprung, entschieden: "Wir sind kein weißer Fleck auf der Landkarte und wollen es auch nicht länger sein." Vielmehr sei seine Gemeinde ausgesprochen hübsch und biete Besuchern eine abwechslungsreiche Landschaft sowie eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Und die Bürger selbst seien ein ganz aufgeschlossenes und sympathisches Völkchen. Sprung fordert daher, dass seine Gemeinde bald auch bei Google Earth in voller Schönheit erscheint.

Bei Google selbst sieht man die Sache gelassener. "Google Earth ist in ständigem Aufbau. Wir werden nie ganz fertig und perfekt sein", sagt Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland in Hamburg. Eine Erklärung für das Phänomen hat er allerdings nicht. "Wir wissen nicht, was die Ursache für den Defekt ist. Vielleicht ist die Kamera beim Überflug ausgefallen. Oder eine Wolke hat sich dazwischen geschoben".

Denn für das Programm können Keuchel zufolge nur solche Satellitenbilder und Luftaufnahmen genutzt werden, die an sonnigen, wolkenlosen Tagen entstehen. Dann aber gebe es hochaufgelöste Bilder für alle - und zwar kostenlos. Seit gut einem Jahr zeigen die Betreiber der Internetsuchmaschine mit ihrem Dienst Google Earth die Welt mittlerweile in Nahaufnahme. Seitdem wurde die Auflösung der Bilder immer besser, nach mehreren Aktualisierungen sind mittlerweile selbst die entlegensten Landstriche aus spektakulärer Nähe zu betrachten.

Bis auf Ganderkesee eben. Doch Keuchel versichert, dass das Google-Earth-Team bereits informiert sei und an dem Problem arbeite. "Unser Ziel ist es, die gesamte Erde darzustellen. Da soll natürlich auch Ganderkesee nicht fehlen", sagt Keuchel.

Haiko Prengel, ddp

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