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Durchbruch: 350 Millionen Euro fürs digitale Kino

7000 Kinos in fünf Jahren, so lautet der ehrgeizige Plan für die Digitalisierung europäischer Filmpaläste. Die enormen Kosten wollen sich Filmstudios und Vertriebsfirmen untereinander teilen. Nutznießer dürften die Kino-Besucher sein.

Das digitale Kino kommt. Wie schnell, steht in einem Zeitplan, auf den sich die Arts Alliance Media (AAM) mit den Filmstudios Twentieth Century Fox und Universal Pictures International geeinigt hat. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll AAM, der nach eigenen Angaben größte europäische Anbieter von Digitalkino-Lösungen, insgesamt 7000 Filmsäle in diversen Ländern Europas mit Digitaltechnik ausstatten.

Kinoheld Shrek: Demnächst noch brillanter im Digitalkino
Shrek the Third TM & 2007 DreamWorks Animation LLC.

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Damit wurde ein seit Jahren schwelender Streit um die Übernahme der Kosten für die Digitalisierung beigelegt. Die Kinobetreiber haben sich erfolgreich dagegen gewehrt, selbst zur Kasse gebeten zu werden. In erster Linie profitieren Studios und Filmvertriebe vom digitalen Kino, da dabei der Aufwand für analoge Filmkopien entfällt, die pro Stück mit 800 bis 1000 Euro zu Buche schlagen. Die Filmindustrie erwartet sich vom digitalen Filmvertrieb Einsparungen in Höhe von bis zu einer Milliarde Dollar jährlich.

Die Kosten pro Digital-Installation liegen dagegen bei rund 50.000 Euro. Dafür werden in den Kinos unter anderem Digitalprojektoren und Serversysteme eingebaut. Nach der nun getroffenen Regelung werden diese Kosten nun zwischen den Filmstudios und den Filmvertrieben aufgeteilt werden.

AAM-Chef Howard Kiedaisch hofft, dass die nun gefundene Einigung eine Sogwirkung auf andere Studios haben wird. Nach eigenen Angaben steht AAM bereits mit Buena Vista International und Paramount Pictures International in Verhandlungen. Gegenüber der Presse sagte Kiedaisch: "Wir werden in Kürze weitere Verträge mit anderen Studios und unabhängigen Vertriebsfirmen bekanntgeben."

Demnach scheint dem flächendeckenden digitalen Filmgenuss in Zukunft nichts mehr im Weg zu stehen. Besucher der ersten Digitalkinos in England berichteten vor wenigen Wochen, sie seien beeindruckt von der überragenden Bildqualität der auf Festplatte in die Filmpaläste gelieferten Filme. Einzig die Auswahl bereits digital verfügbarer Blockbuster ist derzeit noch arg begrenzt. Aber das dürfte sich in Kürze ändern.

mak

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