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Durchbruch: Sun stellt revolutionären Chip vor

Was Sun Microsystems am Dienstag auf einer Konferenz in San Jose vorstellen will, könnte den Halbleiter-Markt völlig revolutionieren, das Konkurrenz-Umfeld aufreißen. Ein neuer Sun-Chip verspricht, PC-Technologie um den Faktor 100 zu beschleunigen.

Firmenzentrale: Sun ist eine Größe im Servermarkt
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Firmenzentrale: Sun ist eine Größe im Servermarkt

Chip, das hieß lange Zeit vor allem Intel und AMD. Zwar tummeln sich im Markt noch zahlreiche andere Unternehmen mit teils spezialisierten Produkten, doch die Öffentlichkeit sah in den letzten Jahren auf die zwei PC-Chip-Riesen - und vergaß andere Größen.

Sun Microsystems ist so eine, wenn das von Scott McNealy geführte Unternehmen auch in den letzten Jahren ein wenig ins Hintertreffen zu geraten schien. Auf dem Servermarkt ist Sun nach wie vor eine große Nummer, doch das reicht heute nicht mehr, um ein großes Unternehmen dauerhaft im IT-Markt zu etablieren. Sun musste Federn lassen und verlor Marktanteile, sah sich gar gezwungen, sich "gesund zu schrumpfen". Der sowohl Hard- als auch Software produzierende Konzern konkurriert mit allen, die Rang und Namen haben: Von Cisco und IBM bis Microsoft - und auf dem alten Stammmarkt der Server nun zusätzlich auch noch mit dem Linuxlager.

Ein richtiges technologisches Zugpferd aber fehlte Sun lange Zeit: Ein Produkt, dass synonym für die Firma stehen könnte, ein "Seller". Was nun aus den Sun-Laboratorien kommt, könnte dazu werden.

Wissenschaftler von Sun Microsystems haben nach einem Bericht der "New York Times" ein möglicherweise "revolutionäres Verfahren zur Produktion von Computer-Chips" entwickelt. Mit der neuen Erfindung sollen Daten in einem Computer rund 60 bis hundert Mal schneller als heute üblich gesendet werden können, berichtet die renommierte amerikanische Zeitung.

Die Wissenschaftler des kalifornischen Server-Herstellers haben dafür die einzelnen Chips nicht über Kupferverbindungen vernetzt, sondern in direkten Kontakt zu ihren Nachbarn gesetzt. Die Erfindung will Sun auf einer Halbleiter-Konferenz in San Jose am Dienstag vorstellen.

"Das könnte das Ende der gedruckten Leiterplatten sein", zitiert die "NYT" Sun-Forschungsdirektor Jim Mitchell. Daten werden heutzutage in einem Computer in integrierten Schaltkreisen über ein kompliziertes Geflecht aus hauchdünnen Kupferdrähten von Chip zu Chip gesendet. Der neue Sun-Chip soll dagegen wenige Mikrometer dünne Sender haben, die für die direkte Übermittlung von Daten deutlich weniger Strom benötigen sollen als die bisher üblichen Halbleiter.

Sun-Chef Scott McNealy: Schickt sich Sun an, das Konkurrenzfeld im Chipmarkt aufzubrechen?

Sun-Chef Scott McNealy: Schickt sich Sun an, das Konkurrenzfeld im Chipmarkt aufzubrechen?

Die Wissenschaftler sollen mit dem neuen Verfahren derzeit in der Lage sein, Daten in einer Geschwindigkeit von 21,6 Milliarden Bits pro Sekunde zwischen den Chips auszutauschen.

Der Rest ist noch Zukunftsmusik, aber eine mit erheblich größerem Potenzial als konventionelle Halbleitertechnik. In kompletten Produkten soll der Chip künftig bis zu einer Billion Bits pro Sekunde verarbeiten. Der derzeit schnellste Prozessor für Desktop PCs, Intels Pentium 4, sendet im Vergleich dazu rund 50 Milliarden Bits pro Sekunde. Die neue Technologie, glaubt man bei Sun, hätte das Potenzial, die Datenübertragung zwischen Computer-Chips rund 100 Mal schneller zu machen als heute möglich.

Noch sei die Entscheidung nicht gefallen, berichtet die "New York Times", ob Sun das Patent über die neue Technologie exklusiv und allein ausschlachten wolle, oder die Technik auch an andere Hersteller lizensieren wird. Bis dahin wird es aber wohl noch dauern, denn noch ist die Technologie nicht marktreif.

Dafür ist die weitere Forschung schon einmal finanziert: So schoss die Pentagon-Forschungsförderung DARPA 49,7 Millionen Dollar zu. Das US-Verteidigungsministerium sieht in der Sun-Erfindung ein viel versprechendes Modell für den Bau neuer Supercomputer. Sun hatte den Forschungsetat im Sommer gegen starke Konkurrenz und zur Überraschung von Branchenbeobachtern gewonnen.

Die IT-Branche hofft derweil darauf, das Ende ihrer seit drei Jahren andauernden Durststrecke zu erreichen. Für die nächsten zwei Jahre erwartet der Halbleitermarkt satte Umsatzsteigerungen von elf und 18 Prozent. 2003 sollen mit Chips weltweit 156 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. In den letzten Wochen mehrten sich die Anzeichen dafür, dass auch die Halbleiterpreise wieder ansteigen werden.

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