E-Books Google schenkt Sony 500.000 Bücher

Sonys E-Reader wird von Google auf einen Schlag mit einer riesigen Bibliothek ausgestattet. Es handelt sich um Bücher, deren Copyright abgelaufen ist, darunter etwa Romane von Charles Dickens und Werke aus der Antike. Die kann man künftig digital lesen - kostenlos.


Sonys E-Reader wird aufgrund der Vereinbarung fast zu Amazons E-Reader Kindle aufschließen können - zumindest, was die Größe der verfügbaren digitalen Bibliothek angeht. Für den Kindle gibt es derzeit - in den USA - ungefähr 600.000 Bücher zum Download.

Sony kündigte nun an, in den USA werde es ab sofort 500.000 Bücher für den hauseigenen E-Reader geben, in Europa einige weniger, aber immer noch "Hunderttausende". Es handele sich um einen "logischen Schritt, um mehr Menschen mehr Bücher zu bringen, um Information überall und auf jedem Gerät verfügbar zu machen". Die offizielle Ankündigung von Google steht noch aus - für Donnerstagnachmittag ist eine Telefonkonferenz geplant.

Google teilte zunächst nur mit, man glaube "an eine offene Plattform für den Zugang und das Lesen von Büchern" und sei deshalb "immer offen für Diskussionen mit Technologie-Partnern". Man sehe eine Zukunft, in der "Menschen überall auf dem Planeten die Bücher der Welt durchsuchen, entdecken und Zugriff darauf haben können". Viele der bei Google Books durchsuchbaren Bücher wurden bereits mit einer speziellen Software in Textdateien überführt, damit man sie auf Handys mit dem Google-Betriebssystem Android lesen kann. Nur folgerichtig, die Dateien nun auch für andere Geräte zur Verfügung zu stellen.

Laut Associated Press (AP) stammen die Bücher, die jetzt im Reader-tauglichen Format zur Verfügung gestellt werden sollen, alle aus der Zeit vor dem Jahr 1923. Darunter seien etwa Charles Dickens' "A Tale of two Cities" oder Herodots "Historien".

Schon jetzt liegen die Bücher bei Google Books als PDF vor. Nun wird Google die Werke Laut AP im Epub-Format (Electronic Publication) zur Verfügung stellen, so das sie sich auf Lesegeräten wie dem Sony Reader besser darstellen lassen. Die Dateien müssen über einen PC heruntergeladen und von dort auf das elektronische Lesegerät übertragen werden. Kindle-Bücher werden über eine Drahtlosverbindung direkt auf das Gerät überspielt.

Die E-Book-Plattform des deutschen Buchhandels, Libreka, bietet derzeit nur eine bescheidene Anzahl von Buch-Downloads als PDF. Bücher im Epub-Format sollen aber demnächst folgen. Die größte Online-Sammlung deutschsprachiger Literaturklassiker bietet das Projekt Gutenberg - kostenlos.

Die Allianz zwischen Google und Sony dürfte dem Epub-Format einen kräftigen Schub geben. Amazons Kindle-Bücher sind in einem proprietären Format gehalten und lassen sich nicht auf anderen Lesegeräten betrachten. Auch verbietet Amazon anderen Anbietern, Bücher im Kindle-Format zu veröffentlichen.

cis/AP

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