Expertenwarnung Jedes vierte WLAN ist völlig ohne Schutz

Datenschützer des Bundes und der Länder treffen sich kommende Woche in Rostock zu ihrer Jahrestagung. Das zentrale Thema: die Datensicherung in Computernetzen. Um die ist es selbst bei vielen Firmen gar nicht gut bestellt, warnt ein Experte.


Rostock - Nach Ansicht des Rostocker Wissenschaftlers Clemens Cap sind fast 25 Prozent aller Nutzer von drahtlosen Netzen völlig ungeschützt vor Angriffen. "In fünf Sekunden kann man sich mit einem einfachen Laptop in so ein Netz einwählen", warnte der Professor für Informations- und Kommunikationsdienste an der Universität Rostock. Nicht nur an private Daten lasse sich so einfach kommen. "Ich würde schätzen, dass etwa 15 Prozent der Unternehmen, die solche Netze betreiben, ungeschützt sind", sagte Cap der Nachrichtenagentur dpa.

Wireless LAN-Nutzer: "Viele wissen es einfach nicht"
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Wireless LAN-Nutzer: "Viele wissen es einfach nicht"

Im Mittelpunkt des zweitägigen Datenschützertreffens in Rostock steht die Sicherheit von Computernetzen. Selbst große Firmen oder Behörden gingen leichtsinnig mit WLAN- und Bluetooth-Netzen um, sagte Cap. Das hätten unter anderem Untersuchungen der Wissenschaftler am Rostocker Lehrstuhl gezeigt.

"Viele wissen einfach nicht, dass ein Angreifer sein Auto vor der Haustür abstellen und sich von dort aus mit einem Laptop in das Netz einwählen kann", sagte Cap. Dabei könnten selbst Laien ihren Computer innerhalb einer halben Stunde mit einem entsprechenden Programm gegen neugierige Mitleser schützen.

"Probieren rum, bis es läuft"

Oft sei es die Bequemlichkeit der Computerbesitzer, die sie angreifbar mache. "Viele kaufen das Gerät im Laden, stecken es zu Hause in die Steckdose und probieren ein bisschen rum, bis es läuft." Mit der Absicherung beschäftigten sich viele dann nicht mehr.

Für die Absicherung der Netze gibt es mehrere Programme. Der gängigste Sicherheitsstandard WEP (wire equivalent privacy) schütze allerdings nicht lückenlos. "Die Idee ist, dass es die gleiche Sicherheit bietet wie ein Kupferkabel. Aber da haben die Ingenieure leider ein bisschen geschlampt." Mit einem Programm aus dem Internet könne sich ein erfahrener Computernutzer innerhalb von sieben bis neun Stunden Zugang zu den Daten verschaffen.



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