Fit im Büro Mit Dehnübungen gegen den "Mausarm"

Ihre Finger verkrampfen sich, Sie haben Schmerzen in Ellenbogen oder Handgelenk? Alles Symptome für den "Mausarm" - eine schmerzhafte Erkrankung, die durch die dauerhafte Fehlbelastung durch die Arbeit mit der Computermaus verursacht wird. Dabei lässt sich der Mausarm leicht vermeiden.


Dass sich Büroarbeiter körperlich "nicht kaputt" machten, ist eine weit verbreitete Mär. Tatsächlich holen sich gerade PC-Arbeiter durch stundenlange, fast Bewegungslose Fehlbelastungen mit unnatürlichen Körperhaltungen so manches Zipperlein, das die Lebensqualität gehörig einschränken kann. Besonders verbreitet: Bandscheibenprobleme durch falsche Körperhaltung - und der "Mausarm", den viele Mediziner erst jetzt als echtes Problem erkennen.

Finger weg und Pause machen: Eines der einfachen Rezepte gegen "Mausarm"
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Finger weg und Pause machen: Eines der einfachen Rezepte gegen "Mausarm"

Auslöser des Mausarm ist monotone Arbeit am Computer - und körperlich monoton ist die grundsätzlich. Der menschliche Körper ist nicht wirklich dafür gemacht, stundenlang halb in einem Stuhl zu hängen, während die eine Hand - zwei Finger erhöht liegend und immer wieder "klickend" - ein kleines Gerät auf dem Tisch herumfährt. Die Erkrankung macht sich durch dauerhafte Schmerzen am Ellenbogen oder Handgelenk bemerkbar und entsteht häufig bei der Arbeit mit der Computermaus. "Wenn die Hand über Stunden und Tage leicht angewinkelt auf der Maus liegt, verkürzt sich die Muskulatur am Unterarm. Das ruft eine Entzündung der Sehnenscheide oder des Sehnenansatzes am Ellenbogen hervor", sagt Christoph Eichhorn, Orthopäde aus Aachen.

Machen sich Schmerzen bemerkbar, helfen in der Regel Dehnübungen.

"Dazu sollte man den betroffenen Arm ausstrecken, die Hand locker lassen und sie mit der anderen Hand zum Körper heranziehen", erklärt der Orthopäde. "Dann ist ein Ziehen kurz vor dem Ellbogen zu spüren." Bei akuten Schmerzen empfiehlt der Arzt, Pausen während der Arbeit einzulegen und die Übungen jede Stunde fünf Minuten lang auszuführen.

"Bei 80 Prozent aller Patienten verschwinden die Schmerzen dadurch nach kurzer Zeit."

Bringen die Dehnübungen keine Linderung, kann der Arzt Ultraschall-Anwendungen, Krankengymnastik oder eine Stoßwellentherapie verordnen. "Die Behandlung ist bei manchen Patienten leider sehr langwierig. In einigen Fällen muss sogar operiert werden", erläutert der Mediziner.

Um einen Mausarm zu verhindern, empfiehlt Eichhorn auch gesunden Büroarbeitern regelmäßiges Dehnen. "Zur Prävention reicht es, die Übung ein bis zweimal pro Woche auszuführen." Zudem helfe es, auf dem Schreibtisch einiges umzustellen. "Die Maus sollte zwischen Tastatur und Körper positioniert werden. Dann wird der Arm bei der Arbeit nicht mehr so sehr überstreckt, und die Gefahr für einen Mausarm sinkt."

pat/ddp



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