Garten-Elektronik Akkus statt Kabelsalat

Schon mal aus dem Fenster geschaut? Zeit, sich mal wieder um den Garten zu kümmern. Auch vor dem macht der technische Fortschritt nicht halt: Kabellose Gartengeräte versprechen mehr Bequemlichkeit, wenn man des allzu üppig sprießenden Krauts Herr werden will.


Leinen los im Garten: Immer mehr Elektrogeräte für die Gartenarbeit laufen im Akkubetrieb. Das sorgt für mehr Bewegungsfreiheit, und kein Stromkabel kann mehr versehentlich durchschnitten werden. Doch nicht jedes Gerät passt zu jedem Garten: Bei großen Flächen können Akkugeräte an ihre Grenzen stoßen.

Akku-Mäher: Kein Benzin-Lärm und -Gestank, kein ständig baumelndes Kabel
DDP

Akku-Mäher: Kein Benzin-Lärm und -Gestank, kein ständig baumelndes Kabel

Lange galten die wiederaufladbaren Batterien im Garten als wenig praktikabel: Sie brachten für viele Arbeiten nicht ausreichend Leistung und machten die Geräte zu schwer. Das hat sich geändert, seit die Lithium-Ionen-Technik für immer mehr Einsatzbereiche zum Zuge kommt. Lithium-Ionen-Akkus sind leicht, entladen sich bei Nichtbenutzung kaum und sind schnell wieder aufzuladen. Sie stecken vor allem in Handgeräten.

Rasenmäher mit Lithium-Ionen-Akkus sind noch die Ausnahme. Die meisten Akku-Mäher laufen wegen der größeren Leistungskraft mit Blei-Akkus, die allerdings in entladenem Zustand nicht lange gelagert werden können.

"Derzeit tut sich auf dem Markt sehr viel", beobachtet Gerrit Eicker aus dem nordrhein-westfälischen Halver, der das herstellerunabhängige Internetportal " gartentechnik.de" betreibt: "Der Trend geht zu möglichst komfortabel bedienbaren Geräten."

Die Vorteile, die den Siegeszug von Elektrowerkzeug mit Akku im Heimwerkerbereich begründet haben, greifen auch im Garten: Ohne Kabel ist man beweglicher und unabhängiger. "Und wer nur einmal im Jahr die Hecke schneidet, arbeitet mit einer Akku-Schere vermutlich sicherer, weil er nicht auch noch darauf achten muss, dass er nicht versehentlich das Kabel durchtrennt", erläutert Eicker.

Mehr als nur Mäher

Die Palette an Geräten mit Akkubetrieb ist groß: Rasenmäher und -trimmer, Gras-, Strauch- und Heckenscheren laufen im Batteriebetrieb. "Die Nachfrage wächst stetig", sagt Peter Löffler, Leiter des Produktbereichs Gartenwerkzeuge der Stuttgarter Robert Bosch GmbH: "Akku-Geräte werden auch in den kommenden Jahren der bestimmende Trend bei Gartengeräten sein."

Ähnliche Erfahrungen macht man beim Ulmer Gartengerätehersteller Gardena. Trotz des etwas höheren Preises im Vergleich zu kabelgebundenen Geräten würden die Akku-Gartenwerkzeuge gut nachgefragt, sagt Sprecher Heribert Wettels.

Gerade für die Besitzer kleiner Gärten sei die Akku-Technik interessant. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings ein paar Gedanken über den Einsatzbereich und die gewünschte Leistung machen, rät Gartentechnik-Experte Eicker. Spontankäufe sorgten schnell für Verdruss, wenn dem Akku nach der Hälfte der Arbeit die Luft ausgeht.

Das Gerät muss zum Garten passen

Die Laufzeiten werden von den Herstellern in den technischen Daten angegeben, "noch besser ist es natürlich, wenn man das Gerät vor dem Kauf testen kann", sagt Eicker.

Bei einem größeren Garten machen Wechselakkus Sinn: Sie lassen sich schnell austauschen. Fest integrierte Akkus muss man dagegen erst wieder aufladen, um weiterarbeiten zu können. Besonders flexibel sind Systeme, bei denen die Akkus nicht nur im Gartengerät, sondern auch in der Hobby-Werkstatt Verwendung finden können.

Und wem die Heckenschere mit Akku zu schwer wird, für den könnte sich die Anschaffung eines Akkus zum Umhängen lohnen, wie er von einigen Herstellern angeboten wird. Das macht das Gerät leichter, und man bleibt trotzdem von der Steckdose unabhängig.

Doch auch wenn von Saison zu Saison mehr Akku-Gartengeräte in den Regalen der Händler liegen, machen sie nicht in jedem Garten Sinn, betont Eicker: "Das hängt wirklich vom Einzelfall ab, und man sollte gerade bei teureren Geräten sorgfältig abwägen."

Ein Akku-Rasenmäher beispielsweise mag in einem Mini-Reihenhaus-Garten, in dem sonst das Kabel ständig in den Sträuchern hängt, eine echte Erleichterung sein: "Wenn man ihn aber viel tragen muss, kann das höhere Gewicht auch lästig werden", erläutert Eicker. Und in großen Gärten gebe es zum Benzinmäher meist kaum eine Alternative.

Eva Dignös, ddp



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.