Gerüchteküche: Dell soll Surfbrettchen planen

Mobile Internetgeräte gelten als Wachstumssegment im IT-Markt, die Spanne reicht vom iPhone bis zu Netbooks. Irgendwo dazwischen, gerüchtelt das "Wall Street Journal", wolle sich Dell positionieren - mit einem Google-Android-Surfbrettchen für die Westentasche.

Das "Wall Street Journal" gehört zu den gemeinhin besser informierten Zeitungen der Welt und nicht unbedingt in die Kategorie Gerüchteschleuder: Wenn das "WSJ" unbestätigte Nachrichten ventiliert, stammen die gemeinhin aus den "gut informierten Kreisen". Was heißen kann, dass da jemand etwas lancieren will - oder aber den Mund nicht halten konnte.

Diesmal sind es gleich "zwei Personen, die frühe Prototypen sahen" und dem "WSJ" erzählen konnten, was Dell da angeblich plant. Das Gerät ähnele Apples iPhone, sei aber etwas größer und verfüge nicht über Telefon-Funktionen, sondern sei nur für die Nutzung des Internet konzipiert. Als Betriebssystem diene Googles Android-Plattform, als Chips seien Smartphone-typische ARM-CPUs verbaut.

Kurzum: Dell plant angeblich ein Surf-Brettchen für die Westentasche.

Das Rad würden die Amerikaner damit nicht gerade neu erfinden. "Mobile Internet Devices" (MID) sind eine schon 2007 von Intel definierte, mäßig erfolgreiche Geräteklasse, in der sich bisher ein Produkt-Spektrum von Nokias "Internet tablet" N810 über Gigabytes M528 Atom-Surfbrett bis zu Hagenuks eher fußlahmen Pocket Surfer so manches tummelt, was bisher kaum ein Kunde als Notwendigkeit für den digitalen Alltag entdeckt hat. Von den ebenfalls zu habenden mobilen Multimedia-Playern mit Internet-Features unterscheiden sich die Geräte vor allem durch die Mobilfunk-Anbindung ans Netz - die meisten Klein-Surfgeräte brauchen ein W-Lan. Das MID-Konzept wurde von großen Markt-Playern bisher aber kaum aufgenommen und forciert: Dell könnte man zutrauen, so etwas für größere Käuferschichten interessant zu machen.

Eine dritte Plaudertasche aus Dell-Unternehmenskreisen soll dem "WSJ"-Reporter dann noch gesteckt haben, dass das Gerät noch in diesem Jahr auf den Markt kommen könne - wenn Dell den Plan nicht fallen lasse. Das, mutmaßen wir einmal keck, könnte auch davon abhängen, wie das Echo auf die so prominent "geleakte" Meldung ausfällt: Oft ist der Übergang zwischen Gerücht, gezielt lancierter Nachricht und Marktforschung durchaus fließend. Eine preiswertere Möglichkeit, das Nachfragepotential eines technischen Gerätes zu eruieren, gibt es kaum.

pat

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