Green-IT So machen Sie Ihren Computer grün

50, 150 oder gleich 500 Watt? Aktuelle PCs unterscheiden sich nicht nur in Leistung, sondern auch im Stromverbrauch. Matthias Kremp erklärt, wie man zu einem System kommt, das schnell und sparsam zugleich ist.


Angesichts der Umweltschutzdebatte tragen sich umweltbewusste PC-Anwender mit dem Gedanken, ihren alten Computer gegen ein aktuelles sparsameres Modell auszutauschen. Ein durchaus löblicher Ansatz, aber leider der falsche. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat vorgerechnet, dass bei der Herstellung eines einzigen PCs 3000 Kilowattstunden Energie verbraten werden. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch einer Kleinfamilie. Damit nicht genug, werden während der Produktion etwa 1,5 Tonnen Rohstoffe verbraucht, sagt Michael Kuhndt vom Zentrum für nachhaltigen Konsum und Produktion (CSCP).

Highend-Gamer-PC: Der Look ist Geschmackssache, der Stromverbrauch nicht

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Rechnet man nun vor, dass ein gut bestückter Heim-PC unter Last etwa 150 Watt verbraucht, drei Stunden am Tag läuft und das an 300 Tagen im Jahr, so addiert sich der kumulierte Gesamtenergieverbrauch des Geräts während einer angenommenen Nutzungszeit von drei Jahren auf lediglich rund 400 Kilowattstunden - ein gutes Siebtel der in die Herstellung investierten Energie.

Am besten also, man behält seinen PC, so lange es irgend geht. Dann verschiebt sich die Ökobilanz wenigstens ein kleines bisschen in die richtige Richtung. Aber das ist ein Ansatz, dem die Industrie aus verständlichen Gründen so gar nicht zustimmen mag. Stattdessen kurbeln Soft- und Hardwarehersteller kontinuierlich die Anforderungen nach oben, locken mit neuen Funktionen, um Anwender zum Kauf neuer Geräte zu verleiten.

Und das funktioniert offenbar ganz prächtig. Nach durchschnittlich drei, spätestens fünf Jahren werden alte PCs gegen Neugeräte ausgetauscht. Einen funktionierenden Gebrauchtmarkt für Altgeräte gibt es nicht. Wenn überhaupt lassen sich bei eBay und Co. nur Spottpreise erzielen. Die meisten Alt-Rechner verbleiben daher in den Haushalten, werden als Zweit- und Dritt-PCs genutzt.

Was ist eine Kilowattstunde?
Die Maßeinheit Kilowattstunde (KWh) setzt sich aus der Maßeinheit für die elektrische Leistung, Watt, und der Zeit in der diese Leistung abgefordert wird, Stunde, zusammen. Das "Kilo" darin dient schlicht als Multiplikator um den Faktor 1000 gegenüber der Wattstunde. Eine Kilowattstunde entspricht also 1000 Wattstunden.

Wie viele Kilowattstunden ein Gerät im Betrieb verbraucht, errechnet sich ganz einfach, indem man die die Leistungsaufnahme des Geräts mit der Zeit, in der es aktiv ist, multipliziert. Ein 150-Watt-PC, der acht Stunden läuft, verbraucht während dieser Zeit also 1,2 Kilowattstunden. Tut er dies an durchschnittlich 240 Arbeitstagen pro Jahr, addiert sich der Jahresverbrauch auf stattliche 288 Kilowattstunden.

Umso wichtiger ist es, zu wissen, worauf man beim Kauf eines Neugeräts achten sollte, um den Energiehunger des Rechenknechts auf einem erträglichen Niveau zu halten. Hinweise für den Kauf sparsamer Komponenten finden Sie im Anschlussl.

Mindestens ebenso wichtig ist es, zu wissen, wie man seine Geräte umweltschonend nutzt. Tipps und Tricks, wie sie Energiesparfunktionen effektiv einsetzen und welche Zusatzgeräte besonders heftig an der Steckdose nuckeln, verraten wir Ihnen Montag.



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