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Green IT: So sparen Sie richtig

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Standby-Modus oder abschalten? Ausschaltknopf drücken oder Stecker ziehen? SPIEGEL ONLINE gibt Tipps, wie Sie den Stromverbrauch Ihrer PC-Anlage wirklich drosseln können.

Der ziemlich dünne grüne Anstrich, den man der Cebit in diesem Jahr gegeben hat, dient in erster Linie einem Zweck: neue Hardware zu verkaufen. Dabei kann man mit ein paar simplen Tricks auch den Rechner stromsparender betreiben, den man schon besitzt.

Kleiner Stecker, große Wirkung: Mit einem solchen schaltbaren Zwischenstecker (hier von Conrad Elektronik) können Geräte oder Netzteile bequem vom Stromnetz getrennt werden

Kleiner Stecker, große Wirkung: Mit einem solchen schaltbaren Zwischenstecker (hier von Conrad Elektronik) können Geräte oder Netzteile bequem vom Stromnetz getrennt werden

Der schlichteste: Wenn man sie nicht aktiv benutzt, sollten PCs grundsätzlich abgeschaltet oder zumindest in einen Ruhezustand versetzt sein. Das hat nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Gründe. Ein PC, der unbeschäftigt vor sich hin läuft, verbraucht Strom - und das nicht zu knapp.

Ein Mittelklasse-Computer saugt locker 50 bis 80 Watt aus der Leitung - auch wenn er nichts tut. Kommen noch mal 50 Watt für einen Bildschirm hinzu verpulvert man 100 bis 130 Watt, also so viel wie ein bis zwei Glühbirnen, und bekommt dafür nichts als heiße Luft. Doch die muss man bezahlen - rund zwölf Euro kostet die Hightech-Heizung pro Jahr, wenn der PC drei Stunden pro Arbeitstag ungenutzt eingeschaltet bleibt.

Das mag mager erscheinen, addiert sich aber im großen Maßstab zu stattlichen Dimensionen. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom steht in drei Vierteln aller deutschen Haushalte ein PC. Demnach würden hierzulande rund 30 Millionen Privat-PCs an den Steckdosen hängen, die in unserem Szenario beim Nichtstun Strom für 360 Millionen Euro pro Jahr in Wärme umwandeln.

Aber selbst das ist nur ein kleiner Teil des Problems. Hinzu kommt eine noch weit größere Zahl beruflich genutzter Rechner. Weltweit stehen mittlerweile mehr als eine Milliarde PCs auf den Schreibtischen. Genug, um gigantische Einsparpotentiale zu liefern.

Die Branchen-Lobbyorganisation Deutsche Energie-Agentur (Dena) hat ausgerechnet, dass ein Unternehmen mit 200 Büroarbeitsplätzen seine jährlichen Stromkosten um rund 6000 Euro reduzieren könnte, wenn es stromhungrige Alt-IT gegen moderne Energiespar-PCs austauscht. Das ist mit Sicherheit richtig. Richtig ist aber auch, dass für die Herstellung der neuen PCs weit mehr Energie eingesetzt werden muss, als sie jemals einsparen können.

Günstiger ist es daher für jedermann, zunächst jene Einsparpotentiale auszunutzen, die ein PC sowieso bietet. SPIEGEL ONLINE erklärt wie auch Sie mitsparen können.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Das Problem ist nicht das Elektrogerät, sondern der Mensch
sevens, 10.03.2008
Es ist schon merkwürdig, dass in einem angesehenen politischen Online-Magazin dazu geraten wird, elektrische Geräte auszuschalten, wenn man sie nicht benötigt. Das Drängt den Verdacht auf, dass hier von technisch völlig unbedarften Lesern ausgegangen wird, die Ein nicht von Aus unterscheiden können. Ein elektrisches Gerät verbraucht erst dann keinen Strom mehr, wenn es vom Stromnetz getrennt ist. Das sollten auch bereits Kindergartenkinder wissen. Im Baumarkt gibt es Schaltersteckdosenleisten für unter 5 Euro, an die man die ganze Computer- oder Heimkinoanlage anschließen kann. Knipst man den Schalter aus, findet kein Verbrauch mehr statt. Dieses Bewußtsein zu vermitteln sollte aber nun wirklich eine Trivialität darstellen. Anders ist es bei dem Bewußtsein für die täglichen Gewohnheiten, aufgrund derer eine weit größere Verschwendung stattfindet: Angefangen bei den Leuten, die meinen, den ganzen Tag den Fernseher laufen lassen zu müssen, auch, wenn sie gar nicht im Zimmer sind, gerade telefonieren oder am PC sitzen und gar nicht fernsehen. Hier darf schon gezweifelt werden, ob ein Sparwille überhaupt vorhanden ist. Zweitens: Ein handelsüblicher PC verbraucht im Leerlauf fast genausoviel Strom wie wenn daran gearbeitet wird. Es lohnt sich also bereits, den Rechner auszuschalten, wenn man genau weiß, daß man ihn eine halbe Stunde nicht benutzen wird. Drittens: In Räumen, in denen man sich niemand aufhält, kann man getrost das Licht ausschalten. Mir fällt immer wieder auf, dass Leute, die gerade mal mit dem Hund gassi gehen, wie selbstverständlich die Wohnung verlassen, auch, wenn in drei Zimmern noch das Licht eingeschaltet ist. Und hinterher klären einen die selben Leute dann auf, daß man ja sparen müsse und sich deshalb Energiesparlampen zugelegt habe. Energiesparen ist, das sieht man am Beispiel US-Amerikanischer gepflogenheiten (ist es in New York im Winter zu warm im Appartment, weil sich die Heizung nicht regulieren lässt, schaltet man eben die Klimaanlage ein), vordergründig eine Frage des dazu vorhandenen Willens. Statt gut gemeinte Tipps sollte Spiegel Online lieber zu einer solchen Willensbildung beitragen.
2. Da stimmt so vieles nicht
Daniel Fleck 10.03.2008
1. Nicht nur Vista kennt den Suspend to RAM, sondern mindestens schon Windows 2000 und Windows XP (Ruhezustand), das ist eine bei Notebooks schon sehr lange übliche Art des Stromsparens gewesen. 2. Dauert es nach Suspend to RAM NICHT genauso lange zum Booten, wie ein kompletter Neustart, Da lediglich der alte Zustand des Hauptspeichers aus einer einzigen datei gelesen werden muß (Nach einem kurzen Hardwarecheck) geht es selbst bei 2GB RAM auf einem Notebook schon nach ca. 20 Sekunden an der gleichen stelle weiter, wo man in den Ruhezustand gewechselt hatte. 3. Auch Röhrenmonitore "brauchen" schon seit Jahrzehnten keinen Bildschirmschoner um den Bildschirm zu schonen, die Zeiten, wo sich ein starres Bild in die Beschichtung des Bildschirms eingebrannt hat, ist lange vorbei. Es sieht einfach netter aus und man sieht, das der PC nicht abgestürzt ist (Trotzdem führen viele Benutzer selbst diese Funktion ad absurdum, wenn sie schnell eine Taste drücken, oder die Maus bewegen, wenn der Bildschirmschoner zuschlägt) Es ist mir absolut unverständlich, warum es überhaupt noch Bildschirmschonerprogramme gibt, sie belasten nur die Ressourcen ohne jeglichen Nutzen und sollten mit einer Umweltgebühr belegt sein. Administratoren in Firmen sollten das Benutzen der windowseigenen Bildschirmschoner ganz unterbinden. Die Einsparungen würden alleine bundesweit gigantisch sein.
3. Sromsparen
RuleBritannia, 10.03.2008
In Grossbriannien (Sowie viele der ehemaligen Kolonien wie Singapore, Hong Kong, Malta, etc) haben alle Steckdosen einen Schalter, so dass alles was an Steckdose angeschlossen ist, direct von der Steckdose aus ausgeschaltet werden kann. Ich schalte seit vielen Jahren, Mikrowelle, TV, DVD-Player, Hifi-Anlagen, Computer, usw. direkt an der Steckdose aus, um alle diese Standby-Energiefresser auszuschalten. Meine Stromkosten sind in den letzten 2 Jahren um 30% gesunken. Beim eigebauten Geraeten, wird die Stromzufuhr per Schlater mit Sicherung abgeschaltet.
4. Es gibt auch Bildschirmschoner mit höherem Zweck :)
sevens, 10.03.2008
Zitat von Daniel Fleck1. Nicht nur Vista kennt den Suspend to RAM, sondern mindestens schon Windows 2000 und Windows XP (Ruhezustand), das ist eine bei Notebooks schon sehr lange übliche Art des Stromsparens gewesen. 2. Dauert es nach Suspend to RAM NICHT genauso lange zum Booten, wie ein kompletter Neustart, Da lediglich der alte Zustand des Hauptspeichers aus einer einzigen datei gelesen werden muß (Nach einem kurzen Hardwarecheck) geht es selbst bei 2GB RAM auf einem Notebook schon nach ca. 20 Sekunden an der gleichen stelle weiter, wo man in den Ruhezustand gewechselt hatte. 3. Auch Röhrenmonitore "brauchen" schon seit Jahrzehnten keinen Bildschirmschoner um den Bildschirm zu schonen, die Zeiten, wo sich ein starres Bild in die Beschichtung des Bildschirms eingebrannt hat, ist lange vorbei. Es sieht einfach netter aus und man sieht, das der PC nicht abgestürzt ist (Trotzdem führen viele Benutzer selbst diese Funktion ad absurdum, wenn sie schnell eine Taste drücken, oder die Maus bewegen, wenn der Bildschirmschoner zuschlägt) Es ist mir absolut unverständlich, warum es überhaupt noch Bildschirmschonerprogramme gibt, sie belasten nur die Ressourcen ohne jeglichen Nutzen und sollten mit einer Umweltgebühr belegt sein. Administratoren in Firmen sollten das Benutzen der windowseigenen Bildschirmschoner ganz unterbinden. Die Einsparungen würden alleine bundesweit gigantisch sein.
Ich würde nicht so weit gehen, Bildschirmschoner generell zu unsinnigem Tand zu erklären - schließlich gibt es bereits seit Jahren Programme wie SETI@Home, die den Heim-PC nutzen, sobald er nicht vom Nutzer benötigt wird: Während der Bildschirmschoner läuft, wertet der PC Radiosignale aus fernen Galaxien aus, um außerirdische Intelligenz zu finden. Wenn das mal keine sinnvolle Ressourcennutzung ist!
5. Richtigstellung (pos4) Ruhezustand
bolzo 10.03.2008
Sie sprechen mir aus der Seele - und ich finde es gut, wenn auch ein Blatt der Besserverdiener die Problematik des Energiesparens anspricht, auch wenn die Einsparungen für die Leser Peanuts sein mögen. So habe ich für meinen Teil im Ganzen Stromeinsparungen im Bereich von 30 Prozent erreicht, was etwa 170 Euro pro Jahr entspricht - haben oder nicht haben! Und das ohne Komfortverlust, nur mit etwas Disziplin! Zum Artikel: der Ruhezustand pos4 muß nicht im Bios sein oder ist nicht im Bios, also bei mir nicht. Ist ja auch eine Windows-Geschichte! Unter den Energieoptionen das Häkchen für Ruhezustand setzen, dann wieder bei den Energieschemas die Zeit einstellen. Hochfahren ist einiges schneller als normales Hochfahren, man hat wieder genau das Gleiche wie vor dem Runterfahren. Außerdem: für was Hightech-PC's? Die GamerLiga tut mir leid, weil neue CPU's wie Quadcores aberwitzige Spitzenverbräuche haben. Dann die Riesen - TFT's, (von den 50" Fernsehern zu schweigen...) Notebooks sind hier wirklich sinnvoll!
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