Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Gutes Webdesign: Eine Zwanzigstelsekunde entscheidet

Gestalter von Webseiten haben nicht viel Zeit, einen guten Eindruck zu machen. 50 Millisekunden nur dauert es, bis sich der Betrachter ein erstes Urteil bildet, zeigt eine Studie.

Buchstäblich im ersten Augenblick entscheidet sich, ob eine Webseite ankommt oder nicht. Gitte Lindgaard of Carleton University in Ottawa war selbst überrascht über ihre Ergebnisse: "Meine Kollegen glaubten, man könne in weniger als 500 Millisekunden auf keinen Fall etwas erkennen", sagte die Wissenschaftlerin dem Online-Nachrichtendienst "Nature News". Tatsächlich fällt das erste Urteil noch viel schneller, berichten die Forscher im Fachjournal "Behaviour & Information Technology" (Bd. 25, S. 115).

Design-Seite "Zen Garden": 50 Millisekunden entscheiden

Design-Seite "Zen Garden": 50 Millisekunden entscheiden

In ihrem ersten Experiment hatten Lindgaard und ihre Kollegen den Versuchspersonen noch eine halbe Sekunde, also 500 Millisekunden, Zeit gegeben, einen Blick auf verschiedene Webseiten zu werfen. Anschließend sollten die Teilnehmer bewerten, wie gut ihnen die Seite gefallen hatte. In einem zweiten Experiment wurde das Verfahren noch ausgefeilter: Auf sieben verschiedenen Dimensionen beurteilten die Betrachter die Seiten.

Im dritten Durchgang wagten die Forscher dann den Hochgeschwindigkeits-Versuch: 50 Millisekunden lang blitzten die Webseiten vor den Augen einer weiteren Versuchsgruppe auf und verschwanden sofort wieder. Die Ergebnisse unterschieden sich kaum von denen des vorangegangenen Experiments mit 500 Millisekunden Zeit pro Webseite.

Für Webdesigner, gerade die kommerzieller Angebote, enthält ihre Forschung eine wichtige Lektion, glaubt Lindgaard: "Wenn der erste Eindruck nicht vorteilhaft ist, sind Webseitenbesucher womöglich schon wieder weg, bevor sie überhaupt mitbekommen, dass eine Seite vielleicht mehr zu bieten hat als die Konkurrenz", sagt sie. Besonders, weil viele kommerzielle Anbieter ihren Hauptverkehr von Suchmaschinen aus bekommen, kann ein schlechter erster Eindruck fatal sein: Schnell klickt der Nutzer wieder zurück zu seinen Suchergebnissen und wählt ein neues Ziel aus.

Lindgaards Rat lautet deshalb: sparsam sein. "Es geht nicht darum, so viel wie möglich auf der Seite unterzubringen."

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: