Haushaltsroboter Robbi, mach mal den Fleck weg

Ein Blechkamerad als Haushaltshilfe? Das ist längst kein verschrobener Wunsch spinnerter Millionäre mehr. In den USA werden Kleinstroboter mittlerweile zu dreistelligen Dollar-Preisen angeboten. Heimwerker können sich sogar aus Bausätzen bedienen.

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Wenn Roomba um die Ecke surrt, ist das eine saubere Sache. Kein Wunder, denn Roomba ist der Traum jedes Hausarbeits-Muffels - ein Roboter, der staubsaugt. Und das tut Roomba vollkommen eigenständig, ohne, dass man ihm sagen müsste in welcher Ecke noch ein paar Krümel liegen. Der Reinigungs-Robbi fährt einfach computergesteuert die gesamte Wohnung ab und sammelt allen Dreck ein, den er dabei am Boden finden kann.

Das mutet fantastisch an, ist aber eigentlich schon wieder Schnee von gestern. Die neue Generation elektronischer Haushaltsroboter kann viel mehr als nur tumb den Teppich kehren.

So wie beispielsweise das rund 350 Euro teure Modell ConnectR. Als "virtueller Besuchsroboter" wird er vom Hersteller iRobot angepriesen und soll tatsächlich dazu dienen, viel arbeitenden oder reisenden Eltern einen direkten Link nach Hause zu bieten. Speziell dafür der ConnectR mit einer Webcam ausgestattet. Die lässt sich, ebenso wie der Rest des Roboters, via Internet steuern.

Ein Roboter als Vater-Ersatz

Auf diese Weise soll man, so verspricht es zumindest der Hersteller, auch aus der Ferne am Familienleben teilnehmen können. iRobot stellt sich beispielsweise vor, man würde mithilfe des Roboters seine Kinder zu Bett bringen, wenn mal wieder Überstunden anstehen. Mithilfe der Kamera könnte man sogar eine Gutenacht-Geschichte vorlesen. Eine wenig Hilfe der lieben Kleinen wäre dabei allerdings vorausgesetzt. Schließlich verfügt der ConnectR über keinerlei Gliedmaße, so dass ihm irgendjemand das Buch vor die Optik halten muss.

Unter solchen Einschränkungen leidet der Spykee freilich nicht. Entwickelt und hergestellt von Meccano, einem Hersteller von Metallbausätzen für Kinder, kommt der Mini-Roboter dem Bild vom Blechkameraden schon sehr nahe, das 1986 im Blockbuster "Nr. 5 lebt" geprägt wurde.

So fährt SpyKee auf einem Paar kleiner Panzerketten durch die Gegend, verfügt über zwei Metallarme und eine bewegliche Mini-Kamera, die wie ein Kopf auf dem ganzen Gebilde thront. Das mag zwar niedlich aussehen, aber ein Spielzeug im eigentlichen Sinne ist das Gerät dennoch nicht. Vielmehr preist ihn der Hersteller als Überwachungsroboter an.

Ausgerüstet mit Ladeautomatik

Ausgerüstet mit Kamera, Mikrofon und W-Lan-Netzzugang soll das kleine Kerlchen autonom durch die Flure der verlassenen Wohnung streifen. Passiert etwas Unvorhergesehenes, kann er seinen Besitzer via E-Mail alarmieren. Nimmt er beispielsweise per Bewegungserkennung einen Einbrecher war, kann er sogar ein Foto des Eindringlings mitschicken. Damit das auch bei längerer Abwesenheit noch funktioniert, erkennt der Wach-Robbi selbsttätig, wenn sein Akkustrom zur Neige geht und wandert in einem solchen Fall automatisch zur Ladestation, um sich "frisch zu machen".

Allerdings fordert auch der etwa 300 Euro teure SpyKee einiges an Interaktion von seinem Besitzer. Der muss nämlich erst einmal zu Schraubenzieher und Zange greifen, bevor er seinen elektronischen Wächter auf seinen Rundkurs schicken kann. Denn SpyKee wird als Bausatz geliefert. 200 Teile sind zusammenzubauen, bevor der kleine Roboter zum ersten Mal eingeschaltet werden kann. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja bald einen Robbi, der einem auch diese Arbeit abnehmen kann.



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