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IT-Sicherheit: Windows Vista - powered by NSA?

Der US-Geheimdienst NSA hat auf Bitten von Microsoft an der Verbesserung der Sicherheit von Windows Vista mitgearbeitet. Die NSA erklärte, sie habe im Interesse aller gehandelt.

Microsofts kämpft bei seinen verschiedenen Windows-Betriebsystemen seit Jahren gegen immer neu auftretende Sicherheitslücken. Bei Windows Vista, das ab 30. Januar für Privatkunden auf den Markt kommt, sollte deshalb alles besser werden. Um ein tatsächlich sicheres Betriebssystem hinzubekommen, holte Microsoft auch den US-Geheimdienst NSA ins Boot.

Windows-Logo: NSA half bei Vista-Entwicklung

Windows-Logo: NSA half bei Vista-Entwicklung

Wie die "Washington Post" berichtet, haben zwei verschiedene Teams der NSA, ein rotes und blaues, an der Entwicklung von Vista mitgearbeitet. Spezialisten des roten Teams hätten sich als "Bad Guys" versucht und nach Angriffsmöglichkeiten auf Vista-Systeme gefahndet. Das blaue Team wiederum habe an der Verbesserung der Vista-Konfiguration gearbeitet, um Angriffe besser abwehren zu können.

"Unser Ziel ist, allen durch mehr Sicherheit zu helfen", sagte Tony W. Sager, bei der NSA zuständig für Computersicherheit. Neben der NSA arbeitete Microsoft auch mit der Nato und weiteren Institutionen aus den USA und dem Ausland zusammen, jeweils auf Bitten von Microsoft. "Ich kann die anderen internationalen Institutionen nicht nennen", sagte Donald R. Armstrong, Manager von Microsoft im Bereich Sicherheit, und verwies auf die Bitte dieser Institutionen um Geheimhaltung.

NSA-Sicherheitsexperte Sager erklärte, die enge Zusammenarbeit mit Microsoft liege auch im Interesse des US-Verteidigungsministeriums. Schließlich werde auch dort Windows eingesetzt. Nach Angaben von Microsoft war die Sicherheitsüberprüfung von Vista nicht die erste Kooperation mit der NSA. Bereits seit vier Jahren greife man auf die Expertise des Geheimdienstes zurück, etwa bei Windows XP und Windows Server 2003, berichtet die "Washington Post".

Hat die NSA etwa in Vista Hintertüren eingebaut? Dies dürften nicht nur Verschwörungstheoretiker fragen. Der Geheimdienst erklärte, er habe lediglich die Sicherheitsfunktionen verbessert. Im Prinzip hat die NSA aber durchaus ein Interesse daran, leicht und möglichst exklusiv Zugriff auf fremde Computersysteme zu bekommen. Schließlich ist sie für das Abhören und Belauschen fremder Mächte zuständig. Nicht immer mit den besten Ergebnissen: "Die NSA ist ziemlich gut darin, Massenvernichtungswaffen zu finden, die gar nicht da sind", witzelte die Webseite The Inquirer.

Für Microsoft ist das Bekanntwerden der Zusammenarbeit mit der NSA nicht unbedingt von Vorteil. Es nährt Zweifel an der Sicherheit von Vista, auch wenn das Unternehmen aus Seattle Hintertüren in dem neuen Betriebssystem bestreitet. In der Tat wäre es ein äußerst riskantes Unterfangen, hätte Microsoft seine Software für die NSA geöffnet. Sobald eine solche Hintertür von Sicherheitsexperten identifiziert würde, wäre womöglich der Erfolg von Vista in Gefahr. Denn wer möchte schon eine Software kaufen, die belauscht werden kann? Deshalb ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass Vista tatsächlich kompromittiert ist.

Im Jahr 1999 hatte es schon einmal Diskussionen über eine mögliche Hintertür in verschiedenen Windows-Versionen gegeben, nachdem ein Sicherheitsexperte berichtet hatte, eine solche gefunden zu haben. Microsoft hatte den Vorwurf damals als "Sturm im Wasserglas" zurückgewiesen. Die angebliche Hintertür diene dazu, digitale Signaturen von Unternehmen zu überprüfen.

hda

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