Jef Raskin: Der "Vater des Mac" ist tot

Jef Raskin wurde oft mit einiger Berechtigung als eigentlicher geistiger Vater des legendären Macintosh-Rechners bezeichnet. Im Alter von nur 61 Jahren erlag er einem Krebsleiden.

Jef Raskin, Apple-Angestellter No. 31
Aza Raskin

Jef Raskin, Apple-Angestellter No. 31

Es ist vor allem ein Name, der heute mit dem Erfolg des Macintosh, des prototypischen Apple-Rechners verbunden ist: der von Steve Jobs. Tatsächlich aber führte Jobs das Projekt Mac bis zum Jahr 1982 nur zuende, initiiert hatte es jemand anderes: Jef Raskin.

Der promovierte Mathematiker, Philosoph und Informatiker war Apple von den Gründungstagen an verbunden. Sein erster Beitrag zu einem Apple-Computer war das Basic-Handbuch für den Apple II, das er 1976 als Auftragsarbeit schrieb. Zwei Jahre später brach er seine universitäre Karriere, die ihn zu diesem Zeitpunkt bis zu einer Junior-Professur gebracht hatte, ab und unterschrieb einen Vertrag bei Apple.

Vehement betrieb er dort die Entwicklung eines Rechners für Jedermann, den er selbst - angeblich nach seinem Lieblingsapfel - benannt hatte: Der Macintosh sollte zur echten Initialzündung für die Zeit des Home Computing werden.

Wie genau diese aber aussehen, was genau ein solcher Jedermann-Rechner können sollte, darüber kam es zwischen Raskin und Steve Jobs immer öfter zum Streit. Einig waren sich beide darüber, dass der Macintosh zu einem auch für Laien leicht nutzbaren, All-in-One-Packet ohne viel Kabelsalat und komplizierte Installationen entwickelt werden sollte. Raskin schwebte eine Art Volks-PC mit moderaten technischen Leistungsdaten vor, der die Massen auch über den Preis ansprechen sollte. Die Vision, die Jobs dagegen setzte, ist bekannt: Sein Ansatz griff höher - in jeder Hinsicht.

Raskin hatte sich einen PC erhofft, der für 500 bis 1000 Dollar über die Ladentheke gehen sollte. Doch Jobs setzte sich durch, und Raskin verließ 1982 frustriert die Firma. Zwei Jahre später landete der Mac in den Läden - und kostete 5000 Dollar.

Nach seinem Ausstieg bei Apple gründete Raskin eine eigene, mäßig erfolgreiche Firma. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete er als Programmierer, Dozent und Hardware-Entwickler. Raskin starb am Freitag vergangener Woche an seinem Wohnort in Kalifornien. Er hinterlässt eine Frau und drei Töchter.

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