Klage fallen gelassen Bertelsmann kauft sich bei Napster ein

Was man nicht zerschlagen kann, das sollte man umarmen: Bertelsmann kaufte sich in Shawn Fannings "P2P"-Unternehmen ein - und kündigt an, das Geschäftsmodell von Napster zu "verändern".


Shawn Fanning: Erst Rebell, dann Angeklagter - und bald Superstar des E-Commerce?
AFP

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Bertelsmann hat den Einstieg bei der US-Musiktauschbörse Napster bekannt gegeben. Wie es in einer Mitteilung der Bertelsmann E-Commerce Group am Dienstag hieß, soll das bisherige Geschäftsmodell verändert werden. Gegen Napster läuft derzeit in den USA eine Klage der US-Plattenindustrie wegen Verletzung der Urheberrechte.

Napster wurde 1999 von dem damals 18-Jährigen Studenten Shawn Fanning gegründet und ist seither die am schnellsten wachsende Anwendung, die es je im Internet gegeben hat. Derzeit sind 37 Millionen Kunden registriert, werden weltweit täglich 20 bis 30 Millionen Musiktitel heruntergeladen.

Wie Bertelsmann ankündigte, soll das Geschäftsmodell von Napster geändert und gleichzeitig sichergestellt werden, dass Tantiemen an Künstler, Autoren und Plattenlabels gezahlt werden. Im Zuge der neuen Partnerschaft kündigte die Bertelsmann Music Group (BMG) an, die Klage gegen Napster zurückzuziehen und den kompletten Katalog ihrer digitalisierten Musiktitel zur Verfügung zu stellen.

Beide Unternehmen gaben keine Details des Geschäfts bekannt. Aus Branchenkreisen verlautete, dass Bertelsmann für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag die Mehrheit an Napster übernehmen wird. Gleichzeitig stellt der Medienkonzern einen Kredit in unbekannter Höhe zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zur Verfügung.

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