Laptop-Schlankheitswahn Wer hat den Dünnsten?

Schlank ist sexy: Apple feiert sein MacBook Air als "flachstes Notebook der Welt". Dabei gilt das nur an der Vorderseite. Die Konkurrenz entwickelte schon ab 2001 dünnere Modelle.

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Vier Millimeter, so dünn wie eine Herzpumpe, ist Apples neues Laptop, das MacBook Air an der Vorderseite. Bei der Präsentation zog Apple-Boss Steve Jobs gestern das Gerät aus einem Hauspostumschlag, feierte es als das "dünnste Notebook der Welt". In Deutschland nennt Apple das Air "das flachste Notebook der Welt".

Doch so ganz stimmt das nicht. Wie man den Werbespruch zu interpretieren hat, machte Jobs gestern Abend mit einem hämischen Kommentar gegenüber der Konkurrenz von Sony klar: "Wir sind an der dicksten Stelle dünner als die an der dünnsten", sagte er laut Heise.de über Sonys Mini-Notebook. Tatsächlich: Sonys VaioTZ ist an der dünnsten Stelle 19,8 Millimeter dick - das neue Macbook Air an seiner dicksten 19,4.

Nimmt man es aber so genau wie Jobs, führt Apples Werbung in die Irre: Das MacBook Air ist vielleicht das flachste Notebook der Welt - aber nur an der Vorderseite. Für das 1,94 Zentimeter dicke Hinterteil gilt diese Behauptung nicht. Das schafften anderen Hersteller dünner - vor Jahren schon.

2001: Sharp bringt Flach-Book auf den Markt

Der japanische Konzern Sharp stellte 2001 auf der Berliner Funkausstellung Ifa sein Notebook Muramasa vor: 1,66 Zentimeter war die Computer-Flunder dick. Sharps damaliger Werbespruch: "Das dünnste Notebook der Welt".

Das Gerät war mit 1,31 Kilogramm zudem ein wenig leichter als das neue MacBook Air (1,36 Kilo), kostete damals 6000 Mark (etwa 3100 Euro). Ausstattung: 12,1-Zoll-Bildschirm (das MacBook Air bietet 13,3 Zoll), 20 Gigabyte Festplatte, Gehäuse mit Aluminiumlegierung wie heute bei Apple - das gab's bei Sharp vor sieben Jahren.

1998: Mitsubishi entwickelt das 1,8 Zentimeter-Notebook

Vor fast zehn Jahren, im März 1998 zeigten der US-Konzern Hewlett-Packard und Mitsubishi Electric auf der Cebit eine gemeinsame Notebook-Entwicklung: "Den flachsten und leichtesten Aktentaschenrechner der Welt", wie damals die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb. Bei HP hieß das Gerät Sojourn, bei Mitsubishi Pedion.

Das Grundgerät war 1,8 Zentimeter dick - mit zwei Erweiterungen konnte man das Gerät aufstocken (externe Laufwerke, zusätzliche Batterie). Setzt man die von Jobs aufgestellte Messlatte (dünnste Stelle vs. dickste Stelle) an, ist das MacBook Air mit seinem 1,94-Zentimter-Hintern heute dicker als das zehn Jahre alte Sojourn.

Der Brettchen-Rechner kostete zum Start 1998 14.500 Mark (etwa 7400 Euro). Das Gerät sollte als Leasing-Modell von Managern gekauft werden. Doch der Plan ging nicht auf. Nach ein paar Monaten, im Oktober 1998 senkten HP und Mitsubishi die Preise erheblich: 9200 Mark (etwa 4700 Euro) kostete das Sojourn samt Erweiterungen, 9000 Mark (etwa 4600 Euro) der baugleiche Mitsubishi-Flachmann.

2004: Dünn, dünner, Sony

Noch ein "dünnstes Notebook der Welt" (O-Ton "Tomorrow") stellte Sony 2004 vor: Das Vaio VGN-X505VP war an der dünnsten Stelle nur 9,7 Millimeter dick - an der dicksten allerdings fast zwei Zentimeter. Offenbar tricksten Notebook-Hersteller gern ein wenig mit ihren Schlankheitssuperlativen. Allerdings kann man dieses Gerät nicht ohne weiteres mit Apples MacBook Air vergleichen. Schließlich hatte das Sony-Gerät nur einen 10,4-Zoll-Bildschirm - eindeutig ein Subnotebook, ein unfairer Vergleich also.

Das was ist nun das "flachste Notebook der Welt"? Um die Dicke objektiv zu berechnen, müsste sich ein unabhängiger Mathematiker eine Formel überlegen. Wie wäre es mit Volumen geteilt durch Grundfläche?

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 79 Beiträge
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Seite 1
deusvult 16.01.2008
1. Dünn aber teuer
Klar, er ist schön dünn aber leider zu teuer! Ich glaube eher der EEEPc von Asus mit seinen 300 Euro kann das selbe.
M. Michaelis 16.01.2008
2. Etikettenschwindel
Zitat von sysopSchlank ist sexy: Apple feiert sein Macbook Air als "flachstes Notebook der Welt". Dabei gilt das nur an der Vorderseite. Die Konkurrenz entwickelte schon ab 2001 dünnere Modelle. http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,528869,00.html
Schade dass Apple immer wieder der Versuchung erliegt mit falschen Superlativen ihre Produkte zu bewerben. Dennoch ist es ein interessantes Gerät als Alltagslaptop für die Wohnung oder das Bürö. Der Preis allerdings ist happig angesichts der mageren Schnittstellenbestückung und dem festen Akku.
M. Michaelis 16.01.2008
3. Nicht vergleichbar
Zitat von deusvultKlar, er ist schön dünn aber leider zu teuer! Ich glaube eher der EEEPc von Asus mit seinen 300 Euro kann das selbe.
Die Geräte sind nicht vergelichbar. Der EEEPc ist kein Notebook und hat ein sehr eingeschränktes Nutzungsspektrum. Ausserdem ist die Gehäuse- und Displayqualität vergleichsweise miserabel.
ruebetsal 16.01.2008
4. wer ist am flachsten?
Vielleicht sollte man "The world's thinnest notebook." nicht mit "Das flachste Notebook der Welt." übersetzen :-) flach: [1] ohne größere Erhebungen und Vertiefungen [2] von geringem intellektuellen Wert/Inhalt [3] geringe Tiefe (Gewässer)
BabelHuber 16.01.2008
5. Was soll das eigentlich?
Das 'flachste Notebook der Welt'! Lachhaft. Was bringt das denn, ausser dass man damit angeben kann? Kein Netwerkanschluss: Das alleine ist schon ein Ausschlußkriterium - ich übertrage ab und zu doch mal größere Datenmengen, und dann stöpsele ich immer ein Kabel ein. GBit Ethernet ist doch um längen schneller als W-LAN Kein optisches Laufwerk, und nur eine USB Schnittstelle: Sehr gut, dann kann man *entweder* eine Maus *oder* ein optisches Laufwerk *oder* eine externe Festplatte anschließen. Wer will denn schon so arbeiten? Und wieder mal ein fest eingebauter Akku! Das alleine ist schon wieder ein Ausschlußkriterium für mich. Und dann der Preis! 1699 Euro! Aber es gibt ja Menschen, die so was kaufen und dann auch noch zufrieden damit sind. Soll mir aber Recht sein. Ich werde diesen Apple-Hype niemals verstehen. Das ist nur ein hübsch gestyltes, aus PC Standardkomponenten zusammengebautes Gerät, mehr nicht. Man muss das Mac OS schon sehr lieben, um so eine überteuerte Gurke zu kaufen.
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