Leserfragen zur IT-Sicherheit Auch der Bundestrojaner wäre Schadsoftware

2. Teil: Muss man auch Linux-Systeme schützen, oder kommen die ohne Virenscanner aus, wie es immer heißt?


Leserfragen zu Linux: Zahlreiche Fragen erreichten uns zur Sicherheit von Linux. Hier zwei stellvertretend für alle anderen:

Leser Jens Deters: Ich würde mich freuen, wenn Sie auch mal ein paar Worte über die Online-Sicherheit von Linux-Systemen verlieren würden. Ich brauche für mein (Ubuntu-) Linux-System nämlich keinerlei Viren- oder Würmer-Scanner, oder bin ich da zu naiv?

Leser Jörg Franke: Ich hätte gerne gewusst, wie es mit der Sicherheit für Rechner mit einem Linux-Betriebssystem steht. Ich habe gehört, dass Rootkits auch diese Rechner befallen können. Ich benutze das Linux-Betriebssystem "Ubuntu". Zu welchem Schutz raten Sie mir?

Dirk Kollberg, McAfee: Generell kann man sagen, dass es nur ein sehr kleiner Bruchteil der bekannten Schädlinge auf Linux-Betriebssysteme abgesehen hat. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass diese Betriebssysteme sicherer sind. Sie haben auch deutlich weniger Nutzer, also potentielle Opfer aus Sicht der Angreifer. Diese orientieren sich aber am "Markt" und legen daher die Schädlinge vor allem für Windows-Betriebssysteme aus, da weit über 90 Prozent aller Computernutzer dieser Welt mit Windows-basierten PCs arbeiten.

Trotzdem sollte man seinen Rechner gegen Angriffe schützen, indem man zeitnah die Sicherheits-Updates des Betriebssystems sowie der installierten Anwendungen einspielt. Eine Firewall ist auch hier sinnvoll, damit nur die vom Nutzer benötigten und gewünschten Dienste mit dem Internet kommunizieren können.

Dirk Kollberg vom IT-Sicherheitsunternehmen McAfee ist Experte für die Analyse neu auftretender Viren

Dirk Kollberg vom IT-Sicherheitsunternehmen McAfee ist Experte für die Analyse neu auftretender Viren

Dient der Linux-Rechner gleichzeitig als File-Server im lokalen Netzwerk, auf den auch Windows-Rechner zugreifen, sollte man ein Anti-Virus Produkt installieren. Häufig ist in solchen Umgebungen der Virenscanner auf den Windows-Rechnern so konfiguriert, dass das Scannen nach Viren im Netzwerk deaktiviert ist, um Systemressourcen einzusparen und einen schnellen Arbeitsablauf am PC zu gewährleisten.



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.