Microsoft warnt Loch im Browser

Microsoft warnt vor einem Sicherheitsproblem, von dem wohl alle MS-Nutzer betroffen sind: Der Internet Explorer weise zwei "kritische" Lecks auf, über die Hacker die Kontrolle über den Rechner erlangen könnten. Der Witz daran: Die Lecks betreffen auch Surfer, die den Explorer gar nicht benutzen.


SPIEGEL ONLINE

Die effektivste Methode der Empfängnisverhütung, weiß der Volksmund, ist die "katholische": Ein deutliches, ernstes "Nein". Das galt bisher auch in Bezug auf die Sicherheitsprobleme, die Surfern durch die Nutzung von Microsofts Internet Explorer entstanden. Trotzdem hielt der "IE" bis vor kurzem einen diamantenfesten Marktanteil von satt über 90 Prozent (manche Quellen nennen bis zu 95 Prozent und mehr). Daran scheint sich jedoch spätestens seit der Veröffentlichung der letzten Browsergeneration durch Mozilla/Netscape einiges zu ändern (siehe Kasten).

Das ist schön und gut, weil Konkurrenz das Geschäft belebt, nützt den Explorer-Verächtern im Fall der neuesten IE-Sicherheitslücken aber auch nicht weiter. Denn die Sicherheitslücken, zu denen Microsoft am Mittwoch ein Security-Bulletin und einen Sicherheitsflicken veröffentlichte, betreffen alle Windows-Systeme, auf denen der Internet Explorer auch nur installiert ist - selbst, wenn man ihn konsequent nicht benutzt.

Bei dem Sicherheitsproblem geht es mal wieder um eine "massive" oder "kritische", sprich: erhebliche Lücke im System: Durch die, warnt Microsoft, könnten Hacker eindringen und die Kontrolle über den Rechner übernehmen oder sonstigen Schaden anrichten. Das Sicherheits-Update ist anzuraten, da fast alle bekannt werdenden Sicherheitslücken früher oder später auch ausgenutzt werden (siehe Blaster).

Als attraktive Alternativen zum Internet Explorer bieten sich Windows-, aber auch Linux- und Apple-Nutzern derzeit vor allem die Browser Mozilla 1.4, Netscape 7.1 und Opera 7.11 an. Wer auf ein eingebautes Mailprogramm verzichten kann, macht mit dem Mozilla Firebird 0.6.1 eine wohlmöglich interessante Erfahrung: Der Mini-Browser gilt als der zurzeit schnellste am Markt. Alle genannten Browser finden sich auch regelmäßig auf diversen Beipack-CDs von PC-Magazinen.

Auch für die konsequente "katholische" Empfängnisverhütung bietet Microsofts Support Anleitungen. Der Aufwand der Deinstallation verschiedener IE-Versionen ist zum Teil aber erheblich und Anfängern nicht anzuraten.



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