Mobiltelefonie Mehr Handy, mehr Sex

Das Handy ist die Datingmaschine der Neuzeit, und das zeigt sich auch im Leben seiner jugendlichen Nutzer. Einer norwegischen Studie zufolge haben jugendliche Handynutzer früher und mehr Sex als ihre nicht mobil telefonierenden Altersgenossen.


Flirtmaschine: Stete Erreichbarkeit und SMS fördern das Knüpfen intimer Kontakte
Stefan Maria Rother

Flirtmaschine: Stete Erreichbarkeit und SMS fördern das Knüpfen intimer Kontakte

Je öfter es klingelt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Handy-Flirterei im Bett endet. Das wollen norwegische Forscher vom Soziologischen Institut der Universität Oslo herausgefunden haben.

Sie befragten rund 10.000 Jugendliche und fanden eine statistisch höchst relevante Diskrepanz zwischen den Antworten jugendlicher Handynutzer und ihrer nicht mobil telefonierenden Altersgenossen: Der Studie zufolge gaben zwei Drittel der befragten 13- bis 18-Jährigen an, ihren ersten Sex bereits erlebt zu haben. Keusch antworteten hingegen die Handy-Enthaltsamen unter den Befragten. Von ihnen hatten angeblich nur acht bis neun Prozent schon erste sexuelle Erlebnisse.

Das, glauben die Forscher, weise auf einen direkten Zusammenhang zwischen Handynutzung und Sexualleben hin. Studienleiter Willy Pedersen äußerte sich in der Tageszeitung "Aftonposten" "außerordentlich überrascht" vom massiven Einfluss, den Handy-Flirterei und SMS-Nachrichten angeblich auf den Beginn sexueller Kontakte haben.

Der Befund steht seiner Meinung nach trotzdem außer Frage: Sogar die Häufigkeit sexueller Kontakte stehe in direktem Zusammenhang mit der Handynutzung, glauben die Forscher. Andere Einflüsse habe man im Verlauf der Befragung ausgefiltert. Als Grund vermutet Pedersen die "erhöhte Flexibilität" bei der Gestaltung ihrer Beziehungen, die der Austausch von Handynummern den Jugendlichen verschaffe. Das führe schnell zu intensiven und intimen Kontakten.



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