Motorolas iTunes-Handy Mobil mit Musik

Carsten Schmidt darf sich bei Motorola "General Manager Retail, Distribution and Regional Operators im Bereich Mobile Devices" nennen - und weiß alles über das "iTunes-Handy", das Motorola und Apple am Mittwoch Abend vorstellten. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er, wofür es gut ist.


iTunes-Handy: Intuitive Benutzerführung à la Apple

iTunes-Handy: Intuitive Benutzerführung à la Apple

SPIEGEL ONLINE:

Herr Schmidt, heute Abend haben Motorola und Apple die Veröffentlichung des sogenannten iTunes-Handy bekannt gegeben. Über was für ein Gerät reden wir da?

Carsten Schmidt: Mit dem Motorola ROKR bringen wir das weltweit erste Handy mit iTunes auf den Markt. Jeder, der auf seinem Mac oder Windows-PC bereits iTunes Software installiert hat, kann damit bis zu 100 Lieblingssongs auf das Mobiltelefon übertragen. Das Handy lässt sich wie der iPod über einfache Menüs und Navigation leicht bedienen. Über eine separate Musik-Taste kann man per Knopfdruck von Musik hören auf telefonieren umschalten und umgekehrt.

SPIEGEL ONLINE: Und inwiefern unterscheidet sich das von den ungezählten Handys am Markt, mit denen man auch Musik hören kann?

Schmidt: Die iTunes-Software von Apple hat sich weltweit als Standard durchgesetzt. Auf diesem Handy haben die Besitzer alle gewohnten und einfachen Funktionen, die sie bereits von ihrem iPod kennen. Sie können ihre persönlichen Wiedergabelisten aufs Handy übertragen, die Reihenfolge der Songs ändern, nach Interpreten oder Alben oder nach Musikrichtungen suchen. Das Motorola ROKR bietet zudem 3D Stereo-Sound.

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Motorola: Das iTunes-Handy

SPIEGEL ONLINE: Musikhörer sind Jäger und Sammler: Lässt sich die Speicherkapazität Ihres Handys erweitern? Wenn ja, womit?

Schmidt: Das Handy wird mit einer Transflash-Karte von 512 MB ausgeliefert. Diese Speicherkapazität reicht für bis zu 100 Songs, rund acht Stunden Musikgenuss. Im Laufe der nächsten Monate werden wir ROKR zu einer Musikhandy-Familie ausbauen. Je nach Kundenwünschen werden wir weitere Features anbieten.

SPIEGEL ONLINE: Wo iTunes drauf steht, erwartet man auch den Online-Einkauf. Wie kommen die Songs aufs Handy? Nur via Rechner, oder auch per "Telefon-Einkauf"?

Schmidt: Die Songs, Hörbücher oder auch Podcasts werden per USB-Kabelverbindung von der iTunes Bibliothek am Mac oder Windows-PC auf das ROKR-Handy übertragen. Das USB-Kabel gehört zum Produktpaket ebenso wie eine CD mit der aktuellen iTunes-Software und Stereo-Headset.

SPIEGEL ONLINE: Was kann ich als Kunde mit den Dateien machen? Lassen sie sich brennen, auf Rechner, andere Player übertragen?

Schmidt: Wie bei iTunes üblich können Dateien zwischen PC und dem Handy synchronisiert werden. Sind die Musikdateien vom PC auf das Handy übertragen, lassen sie sich von dort aus nicht auf andere Handys übertragen.

SPIEGEL ONLINE: Reden wir über Strategien: Was verspricht sich Motorola von dieser Kooperation, und was hat Apple davon?

Schmidt: Musik hören mit dem Handy ist eine der spannendsten Anwendungen, die Kunden rund um den Globus heute erwarten. Diesen Markt weiter zu erschließen und für diese Kunden das beste Produkt anzubieten war unser Ziel. Das ist ein riesiger Zukunftsmarkt.

SPIEGEL ONLINE: Werden Sie in Deutschland mit einem Partner aus der Telekom-Branche zusammenarbeiten, oder setzen Sie bei der Vermarktung allein auf den Sex-Appeal Ihres Produktes?

Schmidt: Bei der Vermarktung von ROKR setzen wir sowohl auf eigene Marketingaktivitäten als auch gemeinsame Aktivitäten mit unseren Partnern. Motorola wird in Kürze eine Werbekampagne zur Einführung von ROKR präsentieren.

SPIEGEL ONLINE: Werden Motorola/Apple einen Deal mit einem Carrier anstreben, um die Kosten für den Kunden möglichst gering zu halten? Und müssten Sie dann Ihren Kuchen nicht sogar noch mit einem Dritten teilen?

Schmidt: Heute haben wir mit ROKR der erste Handy mit iTunes vorgestellt. Selbstverständlich arbeiten wir eng mit unseren Partnern, um die neuen Anwendungen so attraktiv wie möglich zu machen.

SPIEGEL ONLINE: Wann wird man das Gerät in Deutschland kaufen können? Und was wird der Spaß den Kunden kosten?

Schmidt: ROKR kommt bereits Ende September über Distributoren und Service Provider nach Deutschland. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 389 Euro ohne Vertrag und inklusive Mehrwertsteuer.

Die Fragen stellte Frank Patalong



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