Namensstreit Das ist das wahre iPhone

Was Steve Jobs auf der MacWorld vorstellte, war ein Apple-Telefon: Das einzig wahre iPhone, das sich auch so nennen darf, kommt dagegen von InfoGear - und ist steinalt.


Im März 2000 schluckte das Unternehmen Cisco den kleinen Telefonie-Experten InfoGear aus Redwood, Kalifornien. Der hatte sich unter anderem mit Produkten einen Namen gemacht, die damals nur für eine Minderheit interessant waren: Telefonen zum Beispiel, mit denen man zeitgleich im Internet surfen oder E-Mails empfangen konnte.

Jahre vor dem DSL-Durchbruch und dem Boom der Voice-over-IP-Telefonie waren das schicke Kisten, für Otto-Modemsurfer aber nicht wirklich realistisch. Immerhin: Professionell sahen sie aus, wie für den Büroeinsatz gemacht. Und obendrein trugen sie auch noch einen coolen Namen - iPhone.

Den erbte Cisco mit dem Aufkauf von InfoGear gleich mit und nutzt ihn auch (heute verkauft Cisco die Geräte unter dem Linksys-Markennamen), und das ist nun Stein des Anstoßes für einen Rechtsstreit, der wohl kaum je vor Gericht verhandelt werden wird. Dass Cisco nun, einen Tag nach Vorstellung des Apple-iPhone und nach dem Scheitern sondierender Verhandlungen mit Apple im Vorfeld Klage gegen das Elektronikunternehmen von Steve Jobs einreichte, gehört zum Poker: Der Name ist Gold wert - zumindest für Apple.

Denn was Apple auf den Markt bringt, ist seit dem Erfolg des iPod gerne "i": Der vorgestellte Buchstabe steht längst synonym für bestimmte Produktlinien aus dem Hause Apple, ist selbst schon fast ein Markenzeichen. Alles andere als eine außergerichtliche Einigung wäre da eine Überraschung.

pat



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